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Im Jahr 2023 haben laut 72 % der Unternehmen ein hybrides Cloud-Modell eingeführt, bei dem sie eine oder mehrere private oder öffentliche Clouds mit einem lokalen Rechenzentrum kombinieren.

Ein hybrider Ansatz bietet sowohl die Agilität der Cloud als auch die direkte Kontrolle über die lokale Infrastruktur. Diese Kombination ermöglicht es Ihnen, eine Balance zwischen beiden Systemen zu finden, um Kosten, Sicherheit und Skalierbarkeit zu optimieren.

Im Folgenden erläutere ich die wichtigsten Überlegungen für Ihre Hybrid-Cloud-Strategie, einschließlich der Grundlagen von Cloud-Infrastrukturen, gängiger Herausforderungen, auf die Sie stoßen könnten, und der Vorteile, die Sie durch die Einführung eines Hybrid-Cloud-Modells erwarten können.

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Was ist eine Hybrid-Cloud-Strategie?

Eine Hybrid-Cloud-Strategie kombiniert ein lokales System mit einer oder mehreren öffentlichen oder privaten Clouds, um eine integrierte IT-Umgebung zu schaffen. Unternehmen wählen diesen Ansatz in der Regel, um die Vorteile der öffentlichen Cloud wie Flexibilität und Skalierbarkeit zu nutzen, ohne auf die Vorteile der lokalen Infrastruktur wie Sicherheit und Kontrolle verzichten zu müssen.

Hybride Cloud, visuelle Darstellung

Die Einführung einer Hybrid-Cloud-Strategie hat an Popularität gewonnen, da sie den richtigen Mix an Vorteilen für die digitale Transformation bietet. 72 % der IT-Führungskräfte haben einen hybriden Ansatz gewählt.

Viele Unternehmen, die sich im Wandel zur Hybrid-Cloud befinden, verfügen über komplexe Legacy-IT-Systeme, die sie bewahren möchten und gleichzeitig Anforderungen an regulatorische Compliance, verteilte Operationen und dynamische Workloads berücksichtigen müssen.

Ein Beispiel: Arek Oy, ein finnisches Rentenunternehmen, hat zu Google Cloud migriert, während es einen Teil seiner sensiblen und vertraulichen Kunden- und Rentendaten weiterhin lokal speichert. Ihr Ziel war es, den Rentenberechnungsprozess zu optimieren und die Kundenzufriedenheit zu erhöhen.

Durch den Einsatz von Kubernetes-Infrastruktur auf Anthos statt des alten Mainframes konnte Arek Oy die Transaktionskosten um über 80 % senken. Sie nutzten die Leistungsfähigkeit der Google Cloud Plattform, um ihre Abläufe zu skalieren, während sie lokale Systeme nutzten, um regulatorischen Anforderungen zu genügen.

Wie entwickelt man eine Hybrid-Cloud-Strategie?

Eine Hybrid-Cloud-Strategie verlangt, dass Sie wichtige Entscheidungen darüber treffen, welche Anwendungen und Daten in der öffentlichen Cloud verbleiben und welche in privaten oder lokalen Systemen bleiben sollen.

Obwohl diese Entscheidungen vom geschäftlichen Kontext und den Zielen abhängen, können Sie dem folgenden Rahmenwerk folgen, um Ihre Hybrid-Cloud-Strategie zu entwickeln.

1. Anforderungen von Workloads in Ihrer gesamten Infrastruktur analysieren

Der erste Schritt besteht darin, Ihre bestehenden Anwendungen und Workload-Anforderungen zu analysieren, um eine genaue Vorstellung von Ihren aktuellen Systemen und Prozessen zu erhalten. So stellen Sie sicher, dass Sie diese effektiv auf eine andere Umgebung abbilden können.

Visualisierung von Lebenszyklen von Anwendungen und entsprechenden Infrastrukturmodellen

Nicht jede geschäftliche Anwendung muss in eine öffentliche Cloud verschoben werden. Sie müssen bestimmen, welche Anwendungen von der Flexibilität und Geschwindigkeit einer öffentlichen Cloud profitieren und welche nicht. Manche Workloads sind besser in einem Rechenzentrum aufgehoben, etwa aus Gründen der Kosteneffizienz, der detaillierten Konfiguration der Infrastruktur oder wegen Compliance- beziehungsweise Daten-Governance-Anforderungen.

Analysieren Sie, welche Anwendungen für Ihr Geschäft kritisch und bei Nachfragespitzen besonders leistungsanfällig sind. Dabei handelt es sich meist um kundenorientierte Anwendungen, die rund um die Uhr zuverlässig verfügbar sein müssen. Es kann sinnvoll sein, diese in öffentliche Cloud-Umgebungen zu verschieben, in denen Sie deren Nutzung je nach Bedarf skalieren können.

Ein weiterer Aspekt, den Sie bei diesem Schritt berücksichtigen sollten, ist das zur Verfügung stehende Humankapital. Versuchen Sie, Teammitglieder mit besonderen Stärken ausfindig zu machen, die den Übergang erleichtern können, und holen Sie sich deren Perspektive zur geplanten Strategie ein. Meiner Ansicht nach lohnt sich eine zweite Meinung immer, da Sie eventuell auf Dinge stoßen, die Ihnen zuvor entgangen sind.

Sie müssen zudem die Leistungsanforderungen Ihrer Infrastruktur verstehen, bevor Sie von der Analyse der Workloads weitergehen: Können die Anwendungen in einer virtualisierten Umgebung betrieben werden oder benötigen sie Hochleistungsrechenressourcen? Die frühzeitige Abschätzung dieser Anforderungen sorgt für einen reibungsloseren Übergang zum Hybrid-Cloud-Modell.

2. Formulieren Sie Ihre Vision und Geschäftsziele

Eine Hybrid-Cloud-Strategie bedeutet nicht, neue Technologien nur um ihrer selbst willen einzuführen – es geht darum, Werkzeuge einzusetzen, die Sie bei der Erreichung Ihrer Geschäftsziele unterstützen.

Statistiken zu Herausforderungen bei der Cloud-Einführung

Die finanzielle Situation Ihrer Organisation und Ihre Präferenzen bei den Ausgaben prägen ebenfalls das Cloud-Modell. Sie müssen berechnen, wie sich die Cloud-Migration auf Ihre Investitions- und Betriebskosten auswirkt. Viele öffentliche Cloud-Anbieter rechnen nach Nutzung ab und bieten Schätzungstools, mit denen Sie Ihr Budget planen können.

In diesem Prozess müssen Sie zudem die langfristige Geschäftsstrategie berücksichtigen. Abhängig davon, ob Sie Ihre Cloud intern verwalten oder einen Managed Service bevorzugen, beeinflusst Ihre Herangehensweise die Komplexität und die Kosten Ihrer Hybrid-Cloud-Architektur und hat Auswirkungen auf die Wahl des Cloud-Anbieters.

3. Daten integrieren und verwalten

Das effektive Management und die Integration von Daten bilden das Rückgrat einer Hybrid-Cloud-Infrastruktur. Das Verständnis der Integrationsmöglichkeiten Ihres gewählten Cloud-Anbieters ist dabei grundlegend.

Einige der Fragen, die Sie sich stellen können, sind:

  • Wie gut lassen sich deren Systeme mit Ihrer bestehenden Infrastruktur verbinden?
  • Stellen sie die notwendigen Werkzeuge für eine reibungslose Datenmigration und Verwaltung bereit?
Rahmenwerk der Daten-Governance in einer Hybrid-Cloud-Strategie

Berücksichtigen Sie die Interoperabilität Ihres Hybrid-Cloud-Setups. Bewerten Sie, wie die verschiedenen Cloud-Umgebungen innerhalb Ihrer Strategie miteinander und mit Ihrer lokalen Infrastruktur kommunizieren. Wenn Sie den Datenfluss, den Speicherort der Daten und Möglichkeiten zum Datenzugriff verstehen, können Sie eine Strategie entwickeln, die ein effizientes und effektives Datenmanagement ermöglicht.

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4. Sicherheit und Compliance umsetzen

Ein robustes Sicherheitskonzept sowie die strikte Einhaltung branchenspezifischer Vorschriften sind entscheidend für jede Hybrid-Cloud-Strategie.

Die sensiblen Daten Ihrer Organisation können über verschiedene Umgebungen verteilt sein. Das bedeutet, Sie verfügen über mehrere Infrastruktur-Komponenten, in denen Sie konsequente Schutzmaßnahmen und Zugangskontrollmechanismen implementieren müssen. Suchen Sie nach einem ganzheitlichen Sicherheitskonzept, das es Ihnen ermöglicht, Ihre Sicherheitslage und die Infrastrukturüberwachung sowohl für lokale als auch öffentliche Cloud-Standorte von einer zentralen Oberfläche aus zu steuern. Zero-Trust-Architekturen und rollenbasierte Zugriffskontrollen sorgen dafür, dass nur autorisierte Personen Zugang zu sensiblen Daten erhalten.

Strenge Cloud Data Governance-Protokolle und andere Regelungen sollten von Anfang an etabliert sein, damit die Einführung entsprechender Systeme nicht erst nach Ihrer Skalierung zur Herausforderung wird.

Visuelle Darstellung von Komponenten der Cloud-Sicherheit

Planen Sie von Beginn an das Personal und die Abläufe ein, die erforderlich sind, um eine kontinuierliche Sicherheitsüberwachung nach Inbetriebnahme Ihres Systems sicherzustellen. Dazu gehören regelmäßige Systemupdates und laufende Audits, um Sicherheitsstandards zu gewährleisten und Compliance-Abweichungen zu vermeiden.

Vergessen Sie nicht, in diesem Schritt einen dedizierten Notfallreaktionsplan zu entwickeln. Sollte es zu einem Sicherheitsvorfall kommen, legt dieser Plan die Schritte fest, um potenzielle Schäden zu minimieren und den Normalbetrieb schnellstmöglich wiederherzustellen.

5. Skalierbarkeit und Leistungsbedarf analysieren

Eine erfolgreiche Hybrid-Cloud-Strategie setzt voraus, dass Sie Ihren Bedarf an Skalierung und Leistung durch eine detaillierte Analyse Ihrer aktuellen Ressourcenverteilung und Schwankungen in den Arbeitslasten verstehen. Prüfen Sie bei Ihren Analysen, zu welchen Zeiten Ressourcen besonders benötigt werden, wie schnell Sie auf steigenden Bedarf skalieren können und wie lange es dauert, danach wieder herunterzuskalieren.

Berücksichtigen Sie die Latenzanforderungen unterschiedlicher Anwendungen, um zu entscheiden, welche Anwendungen in der Public Cloud laufen sollten. Anwendungen, die niedrige Latenz erfordern, sind zum Beispiel möglicherweise nicht für bestimmte öffentliche Cloud-Umgebungen geeignet, da dies das Nutzererlebnis negativ beeinflussen könnte.

Mit der Weiterentwicklung Ihrer Organisation verändern sich auch Ihre Cloud-Anforderungen. Die Cloud-Lösung Ihrer Wahl sollte daher Flexibilität und Skalierbarkeit bieten, die mit Ihrem geplanten Wachstum Schritt halten. So stellen Sie sicher, dass Ihre Hybrid-Cloud-Strategie zukünftigen Anforderungen gewachsen ist.

6. Planung für Disaster Recovery und Business Continuity

Ihre Hybrid-Cloud-Strategie muss sowohl vorhersehbaren als auch unvorhersehbaren Herausforderungen standhalten. Überlegen Sie daher sorgfältig, welche Notfallwiederherstellungs- und Kontinuitätspläne Sie implementieren werden.

Häufige Ursachen für Netzausfälle

Zwischen 2019 und 2022 haben 96% der Unternehmen Ausfälle erlebt, die zu Ausfallzeiten führten. Abhängig davon, welches System Sie betreiben, kann dies entweder eine kleine Unterbrechung oder eine Katastrophe sein, die Ihr Kerngeschäft erheblich schädigt. Ich empfehle, im Voraus für Notfälle zu planen, damit Sie nicht auf die harte Tour herausfinden, wo Sie auf dieser Skala stehen.

Regelmäßige Backups von wichtigen Daten und Anwendungen erhöhen die Widerstandsfähigkeit und sorgen dafür, dass bei einem Desaster minimale Störungen auftreten. Je nach Bedeutung und Sensibilität der Daten kann das Backup stündlich, täglich oder wöchentlich an mehreren lokalen und/oder Cloud-Speicherorten erfolgen, um zusätzliche Sicherheit zu gewährleisten.

Sie sollten außerdem berücksichtigen, wie gut Ihr Cloud-Service-Anbieter das Thema Notfallwiederherstellung handhabt und ob er Ihre eigenen Systeme in dieser Hinsicht stärken kann. Schauen Sie sich Faktoren wie die Geschwindigkeit der Wiederherstellung nach Ausfallzeiten und die eingesetzten Protokolle an, um ihre Kunden vor Datenverlust abzusichern.

7. Cloud-Service-Anbieter recherchieren

Nachdem Sie Ihre eigenen Systeme gründlich bewertet und Ihre organisatorischen Anforderungen beschrieben haben, sind Sie bereit, eine Cloud-Service-Lösung auszuwählen, die mit Ihren individuellen Zielen kompatibel ist.

Wenn Sie Cloud-Anbieter vergleichen, gehen Sie über den bloßen Ruf hinaus und tauchen Sie in die Details ihrer Dienstleistungen ein: Überprüfen Sie deren Compliance-Historie, technische Leistung und Kundensupport. Versuchen Sie, Erfahrungsberichte von Kunden aus Ihrer Branche zu finden, da diese besser vorhersagen können, was die Reise in die Hybrid-Cloud speziell für Ihr Unternehmen mit sich bringen wird.

Berücksichtigen Sie zunächst den anfänglichen Zeit- und Arbeitsaufwand, der für die Migration zu einem neuen Anbieter erforderlich ist. Die Komplexität dieses Prozesses kann je nach Anbieter und bestehender Infrastruktur stark variieren. Nutzen Sie Online-Rechner und konsultieren Sie IT-Experten, um die Kosten unter Berücksichtigung Ihrer individuellen Systemkonfigurationen genau einzuschätzen.

Berücksichtigen Sie anschließend die laufenden Kosten. Viele Anbieter locken mit günstigen Einstiegspreisen, doch Sie sollten die langfristigen Kosten im Blick behalten, sobald diese Rabatte wegfallen. Die Kostenkontrolle in einer Hybrid-Cloud-Umgebung ist eine der größten Herausforderungen, die Sie in Ihrer Strategie einkalkulieren sollten, und auch wenn sich Ihr Budget langfristig ändern kann, ist es am einfachsten, sich an den Plan zu halten, wenn Sie mit der genauesten Prognose starten.

Beachten Sie zudem das Risiko eines Anbieter-Lock-ins und stellen Sie sicher, dass Sie nicht einen hohen Preis für einen späteren Wechsel zahlen müssen. Wählen Sie für maximale Flexibilität bei der Migration zwischen verschiedenen Cloud-Umgebungen Anbieter, die weithin anerkannte Standards und Formate wie Microservices-Architekturen und Kubernetes-Unterstützung verwenden.

8. Zeitplan für Cloud-Einführung und -Implementierung festlegen

Die Migration in die Cloud kann ein langwieriger und komplizierter Prozess sein. Versuchen Sie, bereits in der Strategiephase einen realistischen Zeitplan für die Cloud-Einführung aufzustellen.

Bringen Sie zunächst alle Beteiligten auf den aktuellen Stand bezüglich Ihrer geplanten Hybrid-Cloud-Strategie. So können Sie Verantwortlichkeiten definieren und Erwartungen festlegen, an denen sich Ihre Teams für eine reibungslose Umstellung orientieren können. Öffnen Sie zudem Kommunikationskanäle und fördern Sie Feedback und Zusammenarbeit.

Legen Sie in dieser Phase auch Meilensteine fest, an denen Sie den Fortschritt Ihrer Strategie messen können. Beispiele hierfür sind das Evaluieren von Anbietern, die Migration nicht-sensibler Workloads und schließlich die vollständige Integration.

Die Umsetzungsphase umfasst außerdem umfassende Tests der Cloud-Umgebungen, um sicherzustellen, dass sie wie erwartet funktionieren und alle Integrationen mit bestehenden Systemen korrekt arbeiten. Führen Sie nach der Implementierung regelmäßige Audits und Systemoptimierungen durch, um die Lebensdauer Ihres neuen Systems zu verlängern.

Herausforderungen bei der Einführung einer Hybrid-Cloud-Strategie

Die Nutzung mehrerer Cloud-Umgebungen verschafft Unternehmen die Flexibilität und Skalierbarkeit, die sie benötigen, um sich schnell an veränderte Märkte anzupassen, doch die Einführung einer Cloud-Strategie ist alles andere als einfach.

Visuelle Darstellung der häufigsten Herausforderungen bei der Cloud-Einführung in einer Hybrid-Cloud-Strategie

Hier sind einige der größten Herausforderungen, mit denen Organisationen konfrontiert werden, wenn sie sich in Richtung Hybrid-Cloud bewegen:

1. Verwaltung mehrerer Clouds

Wenn Sie mehrere Cloud-Umgebungen gleichzeitig betreiben, steigt die Komplexität des Systems schnell an. Die verschiedenen Cloud-Plattformen verfügen über eigene, unterschiedliche Tools, APIs und Benutzeroberflächen, was die Verwaltung zusätzlich erschwert.

Hybrides Cloud-Management wird am besten mit dedizierten Cloud-Management-Tools durchgeführt, die einen ganzheitlichen Überblick und Kontrolle über mehrere Cloud-Umgebungen und -Prozesse bieten. Dieser Ansatz behandelt Ihre vielfältigen Cloud-Ressourcen als ein einheitliches System, vereint so isolierte Daten und hilft, Sicherheits- und Compliance-Lücken zu vermeiden.

Cloud-Governance-Tools können Sie bei der Kostenkontrolle, der Ressourcenoptimierung, der Sicherheit, der Einhaltung von Vorschriften, der Leistungsüberwachung und bei der Automatisierung unterstützen. Egal ob Sie mit Kostenkontrolle, Sicherheit oder operativen Abläufen kämpfen, das richtige Management-Tool kann die Prozesse erleichtern und erheblich zum Erfolg Ihrer Hybrid-Cloud-Strategie beitragen.

2. Komplexe Kostenstruktur

Für 82% der Unternehmen bleibt das Management der Cloud-Ausgaben die höchste Priorität. Mit mehreren Cloud-Service-Providern, die unterschiedliche Preismodelle verwenden, kann die Nachverfolgung der Cloud-Kosten mühsam sein.

Das gängige nutzungsbasierte Preismodell kann schwierig zu interpretieren sein, wenn Sie versuchen, die Kosten im Voraus abzuschätzen. Daher empfehle ich, einen Anbieter mit einer kostenlosen Demostufe auszuwählen, bei dem Sie Testruns durchführen können, um Ihre Nutzung zu bestimmen und besser zu verstehen, was Sie bei der Abrechnung erwartet.

Viele Plattformen bieten auch Tools, mit denen Kunden ihre eigene Nutzung beschränken können, insbesondere im Bereich der Rechenleistung. Selbst wenn das nicht der Fall ist, erlauben sie normalerweise die Integration eines Drittanbieter-Tools.

FinOps-Software bietet eine potenzielle Lösung für diese Herausforderung. Diese Werkzeuge ermöglichen eine detaillierte Sicht auf die Cloud-Ausgaben und erlauben eine effiziente Nachverfolgung und Steuerung der Kosten. Sie bieten Einblicke in Nutzungstrends und können zukünftige Kosten basierend auf historischen Daten prognostizieren. Durch die genaue Überwachung Ihrer Nutzung können Sie Einsparungsmöglichkeiten und Effizienzgewinne identifizieren. Beispielsweise können Sie nicht benötigte Ressourcen außer Betrieb nehmen oder Assets finden, die auf neuere, günstigere Instanzen migriert werden können.

3. Risiko einer Anbieterbindung (Vendor Lock-in)

Anbieterbindung (Vendor Lock-in) ist ein ernstzunehmendes Risiko bei der Einführung einer Hybrid-Cloud-Strategie. Wenn Sie sich zu sehr auf einen einzelnen Cloud-Anbieter verlassen, kann der Wechsel der Plattformen zu einer gewaltigen Herausforderung werden – vor allem aufgrund hoher Wechselkosten. Diese einseitige Abhängigkeit kann sich negativ auf Ihre Verhandlungsmacht für bessere Preise oder Dienste auswirken.

Gerade zu Beginn werden Sie vielleicht von den Vorteilen eines Anbieters angelockt, stellen aber langfristig fest, dass es Ihnen schadet. Um dem zu entgehen, könnten Sie Ihre Anforderungen trennen und je nach Bedarf mit alternativen Anbietern arbeiten.

Wählen Sie Anbieter, die auf Standard-Technologien setzen und Interoperabilität bieten, um das Risiko einer Anbieterbindung zu mindern. Außerdem sollten Sie klare Exit-Strategien haben und die Kosten wie auch die Prozesse eines Anbieterwechsels kennen, bevor Sie sich festlegen.

Sie können außerdem in Open-Source-Tools investieren, um portable Architekturen zu schaffen und die Abhängigkeit von einem Anbieter zu verringern. Durch proaktives Planen für Unabhängigkeit von Anbietern geben Sie sich die Freiheit, zukünftig flexibel zu agieren, wenn es nötig wird.

4. Begrenzte Fachkräfte und Ressourcen

Stellen Sie sich vor: Das IT-Team, das bislang Ihre lokale Infrastruktur verwaltet hat, wird plötzlich in die Welt der Cloud-Technologien geworfen – voller neuer Konfigurationen, Begriffe und Besonderheiten. Oder Ihr Softwareentwicklungsteam soll plötzlich neue SaaS-Tools in unbekannten Umgebungen einsetzen. Solche Veränderungen können langfristig vorteilhaft sein, aber kurzfristig führen sie oft zu Ineffizienzen.

Der Aufbau und die Verwaltung einer Hybrid-Cloud-Umgebung erfordern spezifische Fähigkeiten, die möglicherweise intern nicht vorhanden sind. Dazu zählen Wissen über Cloud-basierte Cybersecurity, Multi-Cloud-Management, Entwicklung cloud-nativer Software oder Optimierung von Cloud-Kosten – um nur einige zu nennen. Ohne ein Team, das sich in diesen Bereichen auskennt, könnten Sie vor schwer lösbaren Herausforderungen bei Deployment und Betrieb stehen.

Wie können Sie diese Hürde überwinden? Beginnen Sie mit einer Analyse Ihrer bestehenden Kompetenzen. Investieren Sie dann, falls nötig, in Weiterbildung Ihrer Mitarbeitenden oder rekrutieren Sie cloud-erfahrene Fachkräfte. Externe Trainings und Zertifizierungen können die Qualifikationslücke ebenfalls schließen. Alternativ können Sie auch mit einem Managed-Service-Provider zusammenarbeiten, um diese Herausforderung zu bewältigen.

5. Daten-Governance und Sicherheits-Compliance

Durch die Vergrößerung Ihrer Infrastruktur mit einer Hybrid-Cloud kann es passieren, dass Daten auf verschiedene Umgebungen verstreut werden. Die Sichtbarkeit von Daten ist in Hybrid-Umgebungen oft problematisch, da Informationen bei unterschiedlichen Anbietern oder an verschiedenen Standorten isoliert liegen können. Spezialisierte Tools sind nötig, um eine ganzheitliche Übersicht über Ihre Infrastruktur zu schaffen.

Auch die Sicherheit stellt eine Herausforderung dar. Obwohl Cloud-Anbieter für den Schutz ihrer Infrastrukturebenen bekannt sind, ist die digitale Sicherheit eine gemeinsame Verantwortung, und normalerweise müssen Cloud-Nutzer ihre Anwendungen und Workloads eigenverantwortlich absichern. Definitionsgemäß ist die potenzielle Angriffsfläche in einem hybriden Cloud-Netzwerk komplexer und dynamischer als in einem traditionellen lokalen Rechenzentrum, weshalb – erneut – spezialisierte cloud-native Tools erforderlich sind.

Suchen Sie nach einer einheitlichen Plattformlösung, die es Ihnen ermöglicht, all Ihre Umgebungen von einem Dashboard aus zu verwalten, indem sie Tools für Sicherheit, Datenverwaltung und verwandte Funktionen wie Konfiguration und Zugriffssteuerung bereitstellt.

Welche Vorteile bietet eine Hybrid-Cloud-Strategie?

Mit einer Hybrid-Cloud-Strategie können Sie von folgenden Vorteilen profitieren:

Die Vorteile der Einführung einer Hybrid-Cloud-Strategie

1. Kostenoptimierung

Die Möglichkeit, verschiedene Ressourcen je nach Bedarf unterschiedlichen Cloud-Umgebungen zuzuweisen, kann zu erheblichen Kosteneinsparungen führen. Beispielsweise können Sie Ressourcen aus der Public Cloud so lange bereitstellen, wie Sie sie benötigen, und während Zeiten niedriger Nachfrage überflüssige Instanzen herunterfahren. Hätten Sie hingegen nur ein eigenes lokales System, müssten Sie diese Systeme kaufen und warten, selbst wenn sie gerade nicht im Einsatz sind.

2. Verbesserte Skalierbarkeit

Die Möglichkeit, Ressourcen schnell zu erhöhen oder zu reduzieren, ist ebenfalls ein Vorteil für Leistung und Geschäftsanforderungen. Egal, ob Sie einen neuen Dienst starten oder während Spitzenzeiten große Datenmengen verarbeiten: Wenn Sie einen Load Balancer einsetzen, können Sie Ihren Cloud-Nutzungsgrad flexibel an die Nachfrage der Nutzer anpassen. Das führt zu Verbesserungen bei der Servicebereitstellung und den internen Arbeitsabläufen.

3. Schnellere Innovation und Agilität

Die Einführung einer Hybrid Cloud kann die geschäftliche Agilität erhöhen. Die unkomplizierte Bereitstellung neuer Umgebungen und Anwendungen in der Cloud verschafft den Technikteams leicht verfügbare Ressourcen für schnellere Innovationen und effektivere Kommunikation.

Cloudbasierte Tools beschleunigen die Produktentwicklung und ermöglichen einen Ansatz der kontinuierlichen Integration und Bereitstellung (CI/CD) im Software-Lebenszyklus. Dadurch verkürzt sich Ihre Time-to-Market erheblich und Sie können schneller auf sich ändernde Geschäftsbedingungen reagieren, um im Wettbewerb stets einen Schritt voraus zu bleiben.

4. Datenkontrolle und Sicherheit

Das Hybridmodell bietet Ihnen auch mehr Flexibilität bei Ihrem Ansatz für Sicherheit. Sie können Funktionen wie Verschlüsselung, Zugriffskontrolle und Eindringungserkennung sowohl lokal als auch in der Cloud-Sicherheit implementieren und die Parameter entsprechend den Anforderungen der jeweiligen Teile Ihrer Infrastruktur individuell anpassen. Ein gängiger Ansatz ist, Public-Cloud-Dienste mit einem bestimmten Set an Sicherheitsrichtlinien für nicht sensible Prozesse zu nutzen, während sensible Daten sicher auf eigenen Servern vor Ort gespeichert werden.

In der EU etwa schreibt die DSGVO vor, dass Unternehmen Daten innerhalb der geographischen Grenzen der Mitgliedsstaaten speichern müssen. Mit einer Hybrid Cloud können Sie die benötigten Daten lokal hosten und andere Assets auf entfernten Servern unterbringen, um die Leistungsfähigkeit von Aktivitäten außerhalb der Region besser zu unterstützen.

5. Leistung und Latenz

Eine Hybrid-Cloud-Strategie kann die Gesamtleistung Ihrer Systeme deutlich verbessern. So können Sie beispielsweise eine Edge-Computing-Strategie verfolgen, bei der die physische Infrastruktur näher an Ihren Kunden platziert ist – das führt zu unmittelbaren Leistungsverbesserungen durch schnellere Ladezeiten und geringere Latenz.

Fazit

Ein Hybrid-Cloud-Modell ist für viele Unternehmen eine attraktive Option, da es Kosteneinsparungen, Flexibilität und Skalierbarkeit ermöglicht. So können Sie die Vorteile der Cloud nutzen und gleichzeitig die besten Aspekte Ihres bestehenden lokalen Rechenzentrums beibehalten.

Die Einführung einer Hybrid Cloud ist allerdings ein großes Vorhaben und bringt Herausforderungen mit sich. Sie schöpfen das Optimum aus dem Prozess, wenn Sie ihn mit einer sorgfältig geplanten Hybrid-Cloud-Strategie angehen, die Geschäftsziele, Workloads, Kosten und die Fähigkeiten der verschiedenen Cloud-Anbieter berücksichtigt. Wenn Sie die laufende Überwachung von Sicherheit, Compliance und Performance von Anfang an einplanen, sorgen Sie für Geschäftskontinuität und stellen sicher, dass Ihre Cloud-Strategie den sich wandelnden Anforderungen Ihres Unternehmens gerecht wird.

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