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Als technische Führungskraft oder Geschäftsinhaber wissen Sie, dass es mehr als nur Ehrgeiz braucht, um der Konkurrenz voraus zu sein – es erfordert datengesteuerte Entscheidungen. Hier kommen DevOps-Tools ins Spiel.

Schon mit wenigen Daten können Sie die Teamleistung, Prozesseffizienz und Kundenzufriedenheit verbessern.

Das heißt jedoch nicht, dass es einfach ist. Die Einführung von DevOps-Metriken bringt Herausforderungen mit sich. Es erfordert eine strategische Denkweise, eine kollaborative Unternehmenskultur und das Engagement für kontinuierliche Verbesserung. Dennoch führen die Ergebnisse zu optimierten Workflows und Prozessen, auf denen Sie eine solide Grundlage für die Skalierung Ihres Unternehmens aufbauen können.

In diesem Artikel werden wir uns die wichtigsten DevOps-Metriken ansehen und wie man sie misst, um relevante Leistungs-KPIs festzulegen. Anschließend zeigen wir, wie Sie diese Kennzahlen nutzen können, um Ihr Unternehmen effektiv zu skalieren.

Die 5 Säulen der Prozessreife

DevOps kombiniert und automatisiert Prozesse, Methoden und Tools, die bei der Softwareentwicklung und im Betrieb eingesetzt werden, um die Qualität und Geschwindigkeit von Entwicklungslebenszyklen zu erhöhen.

Die Implementierung von Geschäftsprozessen stützt sich auf fünf zentrale Säulen, bekannt als das Capability Maturity Model (CMM). Dieses Modell konzentriert sich auf fünf Reifegrade zur Implementierung und kontinuierlichen Verbesserung der Dienstleistungs- oder Produktentwicklung im Geschäftsmodell.

Die fünf Säulen gibt es in vielen Variationen, aber ursprünglich lauten die Stufen: initial, wiederholbar, definiert, fähig und effizient. Eine Alternative ist: Kultur, Automatisierung, Messung, Teilen und Feedback. Das Konzept bleibt gleich, nur die Bezeichnungen haben sich weiterentwickelt.

Hier ist ein Beispiel für die fünf Säulen der Prozessreife mit kurzen Beschreibungen je Stufe:

Ein Modell, das zeigt, was in jeder Reifestufe von DevOps passiert
Fünf Modellstufen der Reife.

Es gibt verschiedene Metriken und Frameworks, mit denen sich der Erfolg von DevOps im Team implementieren und messen lässt. Schauen wir uns diese im nächsten Abschnitt an.

Prinzipienbasierte DevOps-Frameworks

Im DevOps-Bereich gibt es drei Hauptframeworks, die auf Prinzipien basieren. Prinzipienbasiert bedeutet, dass es sich um einen pragmatischen Ansatz mit allgemeinen Leitlinien anstelle eines regelbasierten Ansatzes mit vorgegebenen Schritten handelt.

Das Accelerate-Framework

Die Autoren Dr. Nicole Forsgren, Jez Humble und Gene Kim untersuchen in ihrem Buch „Accelerate: The Science of Lean Software and DevOps: Building and Scaling High-Performing Technology Organizations“, was besonders leistungsstarke Technologieunternehmen auszeichnet.

Hier entstand das Accelerate-DevOps-Framework, das sich auf technische und Management-Praktiken in DevOps-Teams von leistungsstarken Tech-Unternehmen konzentriert. Sie können es sich vorstellen wie eine Erhebung der besten Methoden eines DevOps-Teams.

Die drei zentralen Schwerpunkte bei den technischen Praktiken sind:

  • Continuous Delivery: Continuous Delivery umfasst Bereiche wie Versionsverwaltung, kontinuierliche Integration, Bereitstellungs- und Testautomatisierung sowie Testdatenmanagement. Auch wenn Continuous Delivery ein eigenes Prinzip ist, wird es im Accelerate-Framework als Dach verwendet. Der Grund dafür ist, dass leistungsstarke DevOps-Teams all diese Elemente gleichzeitig – und nicht isoliert voneinander – einsetzen.
  • Architektur: Leistungsstarke DevOps-Teams führten den Großteil der Tests ohne eine integrierte Umgebung durch, konnten neue Anwendungen unabhängig von den Anwendungen, von denen sie abhängen, bereitstellen und priorisierten Testbarkeit und Einsatzfähigkeit gegenüber der neuesten Technologie.
  • Produkt und Prozess: Kundenfeedback wird regelmäßig während der Entwicklung eingeholt, es wird in kleinen Einheiten gearbeitet, experimentiert und die Prozesse werden kontinuierlich optimiert. Dies sorgt dafür, dass Mehrwert geliefert, Fehler schnell behoben und ein direkter Kundenfeedback-Loop ermöglicht werden.

Es gibt zwei Schlüsselfelder bei den Management-Praktiken. Diese sind:

  • Lean Management und Monitoring: Das Accelerate-Framework stellte fest, dass minimale Genehmigungsprozesse die Softwarebereitstellung leistungsfähiger machen als Teams, die auf eine Drittgenehmigung angewiesen sind. Außerdem verbessern Monitoring-Kapazitäten mit Work-in-Progress-Limits und visuellen Projektmanagement-Tools die Performance.
  • Kultur: Im Framework wird sehr viel Wert auf ein förderliches Arbeitsumfeld gelegt, um die DevOps-Performance zu steigern. Zusammenarbeit und Lernbereitschaft sind dabei essenziell, unterstützt durch eine positive und motivierende Teamkultur. Diese Teams sollten von transformativer Führung unterstützt werden. Menschen in dieser Position zeichnen sich dadurch aus, dass sie motivierend, intellektuell anregend sind und die Erfolge ihres Teams anerkennen.

„Durchlaufzeit für Änderungen“ ist eine DevOps-Kennzahl, die wir im Folgenden näher betrachten. Sie misst, wie lange es dauert, bis eine Codeänderung vom Commit eines Entwicklers bis zur erfolgreichen Bereitstellung in der Produktion benötigt. Wenn Sie diese Kennzahl innerhalb des Accelerate-Frameworks anwenden, können Sie die Geschwindigkeit und Effizienz Ihres Softwarebereitstellungsprozesses messen und verbessern. Das führt zu schnelleren und zuverlässigeren Deployments.

Das Three Ways Framework

Vorgestellt im The Phoenix Project, verfasst von Gene Kim, Kevin Behr und George Spafford, und aufgegriffen im The DevOps Handbook, verbessert das Three Ways Framework die DevOps-Performance, indem es sich auf die Prinzipien Flow, Feedback und kontinuierliches Lernen konzentriert.

Arrows showing how each of The Three Ways works
Das Three Ways Framework zur Verbesserung der DevOps-Performance.

Hier ein Blick auf das Three Ways Framework:

  • Der erste Weg: Flow Thinking:

Der erste Weg besteht darin, einen ununterbrochenen Arbeitsfluss von der Entwicklung bis zum Betrieb zu erreichen und den Kunden schnell und zuverlässig Mehrwert zu liefern.

„Durchlaufzeit bis zur Produktion“ ist eine Kennzahl, die Sie hier verwenden können, indem Sie messen, wie lange es dauert, bis eine Codeänderung vom ersten Commit in die Produktionsumgebung gelangt. Ziel ist es, die Durchlaufzeit zu verkürzen, indem Sie die Delivery Pipeline optimieren, Prozesse automatisieren und manuelle Eingriffe minimieren.

  • Der zweite Weg: Feedbackschleifen verstärken

Der zweite Weg baut schnelle und effektive Feedbackschleifen im gesamten Software-Lieferprozess auf, um kontinuierliches Lernen, Verbesserungen und Qualitätssicherung zu ermöglichen.

Die Kennzahl „Mean Time to Detect (MTTD)“ berücksichtigt die durchschnittliche Zeit, die vergeht, bis ein Problem oder eine Anomalie nach dem Deployment einer Codeänderung in der Produktion erkannt wird. Konzentrieren Sie sich darauf, die MTTD durch bessere Überwachung, Alarmierungssysteme und Feedbackschleifen zu verringern, um Probleme schnell zu identifizieren und zu beheben.

  • Der dritte Weg: Kultur der fortwährenden Experimente und Lernen

Der dritte und letzte Weg fördert eine Kultur des kontinuierlichen Lernens, Experimentierens und der Risikobereitschaft, um Innovation, Anpassungsfähigkeit und organisatorisches Wachstum voranzutreiben.

Die Kennzahl „Change Failure Rate“ ist hier besonders relevant. Sie erfassen, wie viel Prozent der Deployments nach einer Änderung zu Fehlern oder Problemen führen. Schaffen Sie eine Kultur der Experimentierfreude, indem Sie eine sichere Umgebung für Tests schaffen, aus Fehlern lernen und Prozesse kontinuierlich verbessern, um die Change Failure Rate zu senken.

Das CALMS Framework

Das CALMS-Framework verkörpert die Prinzipien Kultur, Automatisierung, Lean, Messung und Teilen. Es eignet sich ideal für Teams, die auf eine DevOps-orientierte Softwareentwicklung umsteigen möchten und die Trennung von Entwicklungs- und Betriebsteams aufheben wollen.

Den Schöpfer des CALMS-Frameworks haben Sie bereits kennengelernt, denn er ist Co-Autor von Accelerate und The DevOps Handbook, in denen die Accelerate- und drei Wege-Frameworks beschrieben werden. Jez Humble entwickelte das CALMS-Framework als Eignungsbewertung, um zu prüfen, ob Unternehmen bereit sind, DevOps-Prozesse zu implementieren.

Ähnlich wie das CMM, aber speziell für die Administration von DevOps, können Sie mit dem CALMS-Framework testen, ob Ihr Unternehmen bereit ist.

Das sind die fünf Prinzipien, denen Sie folgen sollten:

  • Kultur: Ihre Entwicklungs- und Betriebsteams haben bisher jeweils mit eigenen Prozessen und Kommunikationsstilen in ihren Gruppen gearbeitet. Sie müssen ein Bewusstsein für gemeinsame Verantwortung schaffen, um eine DevOps-bereite Kultur sicherzustellen.
  • Automatisierung: DevOps bedeutet Prozessoptimierung, Geschwindigkeit und Effizienz. Der Schlüssel dazu? Automatisierung. Ihre Teams müssen bereit sein, manuelle Aufgaben und Abläufe überall dort zu automatisieren, wo dies möglich ist. Dieser Schritt unterstützt das kontinuierliche Erstellen, Testen, Bereitstellen und Überwachen von Software-Releases, die den DevOps-Lebenszyklus bilden.
  • Lean: Die Prinzipien der Lean-Methodik, einer Geschäfts- und Projektmanagement-Methode, werden genutzt, um Verschwendung zu minimieren und Wertströme zu optimieren. Sie müssen die Arbeitslasten realistisch halten und Projektstände visualisieren, um Prozesse zu beschleunigen.
  • Messung: Ihr Unternehmen könnte bereit sein, DevOps einzuführen, wenn Sie bis hierher gekommen sind und Ihre Teams sich der Datenerhebung und -analyse zur Prozessverbesserung verpflichtet haben.
  • Teilen: Ergänzend zum Prinzip der gemeinsamen Verantwortung, müssen Ihre Teams bereit sein, Daten und Informationen offen weiterzugeben, damit alle auf gemeinsame Ziele hinarbeiten und nicht im Wettbewerb stehen. Dieser letzte Bewertungsfaktor sorgt für einen reibungslosen Ablauf und schnelles Wachstum.
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Herausforderungen bei der Umsetzung von DevOps

Eines der größten Herausforderungen bei der Einführung von DevOps ist der Widerstand gegen kulturelle Veränderungen. Sie haben zwei Teams, jedes mit eigenen Prozessen, Werkzeugen und Kommunikationsstilen. Daraus eine einheitliche Gruppe mit gemeinsamen Zielen, Verantwortlichkeiten und Kennzahlen zu formen, ist eine bedeutende Umstellung. Eine hohe Motivation und ein transparenter Umgang mit jedem Schritt im Implementierungsprozess sind entscheidend, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Auch die Kosten für neue Tools und Methoden müssen berücksichtigt werden.

Wenn Ihr Team es gewohnt ist, regelbasierte Frameworks zu verwenden, kann es eine große Umstellung sein, mit prinzipienbasierten Frameworks zu arbeiten. Alles läuft schneller ab und entwickelt sich oft gemeinsam mit dem Team weiter, sodass es für Mitarbeitende mit langjähriger Erfahrung in klassischen Vorgehensweisen oder für neue Teammitglieder, die sich in die Dynamik einfinden müssen, komplex sein kann.

Schließlich kann der kontinuierliche Arbeitsfluss verschiedene Schwachstellen verursachen, etwa wenn Software-Releases ohne Datenverschlüsselung oder Authentifizierung und mit Pufferüberläufen bereitgestellt werden. Dies kann zu Sicherheitsrisiken für DevOps-Teams führen. Daher ist es wichtig, die Prozesse in diesem Bereich zu verschärfen, während Ihr DevOps-Team reift. Aus diesem Grund sollte die Einführung auch erst beginnen, nachdem das CALMS-Framework genutzt wurde, um die Einsatzbereitschaft zu überprüfen.

Warum sind DevOps-Kennzahlen wichtig?

Wie oben festgestellt, sind gemeinsame Ziele und Kennzahlen eine Herausforderung für Teams, die DevOps in einem Unternehmen einführen. Ohne DevOps-Kennzahlen gäbe es keine Tests oder Messungen – und keine Verbesserungen in der Entwicklung. Es wären nur Wiederholungen derselben Software, basierend auf Vermutungen und Ideen, die dann ins Leere gesendet werden, bevor man etwas Neues ausprobiert. Ohne Feedback oder Produkt-Erfolgskennzahlen zur Bewertung der Leistung gibt es keine Orientierung.

Ein DevOps-Kennzahlen-Kreisdiagramm, das zeigt, wie ein typischer Entwickler seine Zeit verbringt
Gründe, warum Sie DevOps-Kennzahlen benötigen.

Beispielsweise möchten Finanzabteilungen die Kosten so niedrig wie möglich halten, während Entwickler die Leistung so hoch wie möglich ansetzen wollen. Diese beiden Ziele stimmen womöglich nicht überein, wenn Risiken nicht überprüft werden und die Teams die jeweiligen Zielsetzungen gegenseitig nicht kennen.

Wo Entwickler sich dafür entscheiden könnten, ein unvollständiges Produkt auszuliefern und es später zu korrigieren, entstehen dadurch technische Schulden. Die Implementierung von DevOps kann die Ziele und Strategien beider Teams aufeinander ausrichten, und Sie können Ihren Entwicklern helfen, die Kostenfolgen ihrer technischen Entscheidungen besser zu verstehen.

Dies ist nur ein kleiner Teil von DevOps und der Bedeutung gemeinsamer Kennzahlen.

DevOps-Kennzahlen verstehen

DevOps zu implementieren und prinzipienbasierte Frameworks zu verstehen, ist das eine – aber mit DevOps-Kennzahlen erkennen Sie wirklich die Vorteile dieses kollaborativen Ansatzes für den Software-Entwicklungszyklus. Wie bei den meisten Geschäftsstrategien gibt es unzählige Kennzahlen, die Sie je nach Branche, Zielgruppe und Unternehmensziel für das Wachstum heranziehen können.

Das DevOps Research and Assessment (DORA)-Team von Google Cloud ist das am längsten bestehende Forschungsteam dieser Art. Ursprünglich identifizierten sie vier zentrale Kennzahlen zur Messung der Leistung der „Elite“ im DevOps-Bereich. Inzwischen ist jedoch eine fünfte Kennzahl hinzugekommen, und ihre Cluster-Analyse unterscheidet nur noch drei Ebenen von DevOps-Teams: hoch, mittel und niedrig – die „Elite“ gehört der Vergangenheit an.

Die 4 wichtigsten DORA-Kennzahlen

Hier ein genauerer Blick auf die vier DORA-Kennzahlen:

1. Deployment Frequency (DF)

DF misst, wie oft Sie erfolgreich in die Produktion bereitstellen. Diese Kennzahl steht für Beständigkeit und ist ein exzellenter Hinweis darauf, ob Ziele erreicht werden.

Teams aus der „Elite“-Kategorie setzten konstant mehrmals täglich in Produktion um, während Teams mit geringer Leistung höchstens einmal alle sechs Monate deployen.

Die Verbesserung der DF ist so einfach wie das Veröffentlichen mehrerer kleiner Updates. Der Hauptnutzen dabei ist, etwaige Prozessblockaden, Engpässe oder komplexe Projekte, die Aufmerksamkeit erfordern, schnell zu erkennen. Größere Teams bevorzugen es vielleicht, in regelmäßigen Abständen zu deployen, indem sie Agile Release Trains aufbauen; das hilft, die Überforderung durch extremes Tempo und viele Beteiligte zu entfernen.

2. Lead Time for Changes (LTC)

LTC bezeichnet die Zeitspanne, die ein Commit benötigt, um in die Produktion zu gelangen. Diese Kennzahl ist ein guter Indikator für die Reaktionsfähigkeit und Agilität des Teams, da sie misst, wie schnell es auf Nutzerbedürfnisse und -anforderungen reagieren kann.

Der ehemalige „Elite“-Standard zielte darauf ab, weniger als einen Tag für LTC zu benötigen, während weniger leistungsstarke Teams mehr als sechs Monate benötigen könnten. Eine schlechte LTC-Leistung liegt meist an ineffizienten Prozessen.

Sie können diesen Wert verbessern, indem Sie Automatisierungsprozesse, insbesondere das Testen, verbessern. Durch die Optimierung Ihrer Continuous Integration und Continuous Delivery (CI/CD)-Pipeline können Sie Aktualisierungen schneller in die Produktion überführen. Ein Risiko dabei ist jedoch die Nachhaltigkeit. Wenn Ihr Team dieses gesteigerte Tempo nicht aufrechterhalten kann, könnten Sie mit einer schlechten Nutzererfahrung und potenziellen Sicherheitslücken konfrontiert werden.

3. Change Failure Rate (CFR)

Die CFR ist der Prozentsatz der Deployments, die einen Fehler in der Produktion verursachen. Fehler können Ausfälle, Rollbacks oder eine Verschlechterung des Dienstes sein. Diese Kennzahl zeigt, wie effektiv Ihr Team bei der Einführung von Änderungen ist.

Referenzwerte für Elite-Performance liegen bei 0–15 %, während hohe, mittlere und niedrige Performance jeweils zwischen 16–30 % liegen.

Die Verbesserung der CFR dreht sich um Qualität, nicht Quantität. Unternehmen führen unterschiedlich viele Änderungen durch und erleiden deshalb unterschiedlich viele Fehler. Allerdings führen Änderungen mit der höchsten Qualität zu weniger Fehlern – egal, ob sie zweimal pro Jahr oder zweimal pro Tag eingeführt werden.

4. Mean Time to Recovery (MTTR)

MTTR gibt an, wie lange Ihr Team benötigt, um einen Ausfall oder eine Störung zu beheben. Diese Kennzahl misst nicht nur die Agilität Ihres Teams, sondern ist auch ein guter Indikator für die Stabilität Ihrer Software.

Wer das „Elite“-Niveau erreichen möchte, sollte eine MTTR von weniger als einer Stunde anstreben. Weniger leistungsstarke Teams können dafür über sechs Monate benötigen.

Sie können die MTTR verbessern, indem Sie sich auf kleinere, schnellere Releases konzentrieren, sodass Fehler leichter zu finden und zu beheben sind. Außerdem können Sie Feature Flags einsetzen, um Ihrem Team mehr Kontrolle zu geben – vor allem bei experimentellen Änderungen.

A table showing the DORA metrics split by speed and quality
Die vier DORA-Kennzahlen umfassen DF, LTC, CFR und MTTR.

Eine Kennzahl fehlt noch.

5. Zuverlässigkeit

Die fünfte Bonus-Kennzahl ist Zuverlässigkeit. Diese Kennzahl wurde vom DORA-Team später (2021) eingeführt, nachdem zuvor Verfügbarkeit als Maßstab für zuverlässige Software herangezogen worden war. Es wurde jedoch entschieden, dass Zuverlässigkeit besser Aspekte wie Verfügbarkeit, Latenz, Performance und Skalierbarkeit umfasst. Im Wesentlichen wird damit die operative Leistung zusätzlich zur Entwicklung gemessen.

Weitere erwähnenswerte DevOps-Kennzahlen

  • Zykluszeit: Die Zykluszeit ist die Gesamtzeit vom Beginn einer Aufgabe bis zur finalen Auslieferung. Sie misst zunächst die Arbeitsgeschwindigkeit Ihres Teams. Darüber hinaus können Sie mit dieser Kennzahl Engpässe wie lange Warteschlangen oder lang laufende Pull Requests identifizieren.
  • Mean Time Between Failures (MTBF): MTBF misst die durchschnittliche Zeit zwischen Systemausfällen, Ausfallzeiten oder Vorfällen. Diese Kennzahl bewertet die Zuverlässigkeit und Stabilität Ihrer Softwaresysteme und verdeutlicht, wie effektiv Ihre präventiven Wartungs- und Fehlervermeidungsmaßnahmen sind.
  • Mean Time to Detect (MTTD): Dies ist die durchschnittliche Zeit, die Ihr Team benötigt, um einen Fehler zu erkennen. Ein niedriger MTTD-Wert spricht für effiziente Überwachungs- und Alarmsysteme und ermöglicht eine schnelle Reaktion auf Vorfälle sowie deren Behebung.
  • Time to Mitigate (TTM): Die Zeit, die benötigt wird, um ein Problem nach dessen Erkennung zu beheben, ist die TTM. Diese Kennzahl hilft, den Incident-Response- und Behebungsprozess zu bewerten und zeigt, wie effizient Ihre Teams bei der Beseitigung und Überwindung von Problemen sind.
  • Change Lead Time (CLT): CLT liefert eine Referenz für den gesamten Änderungs-Implementierungsprozess – einschließlich Entwicklung, Test, Review und Deployment. Eine kürzere CLT steht für schnellere Lieferzyklen und gesteigerte Agilität.
  • Defect Escape Rate: Die Fehler-Escape-Rate gibt an, wie viele Bugs während des Tests übersehen und in die Produktion übernommen werden – also wie viele „entkommen“. Diese Kennzahl ist ideal, wenn Sie Ihre Test- und Automatisierungsprozesse verbessern möchten.

Wie Sie mit DevOps-Kennzahlen KPIs setzen

Nachdem Sie nun ein gutes Verständnis der Kennzahlen zur Implementierung und Optimierung von DevOps in Ihrem Unternehmen haben, sollten Sie Key Performance Indicators (KPIs) festlegen, um gezielt Ziele und Referenzwerte für Ihr Team zu definieren.

Kennzahlen vs. KPIs

Vielleicht fragen Sie sich, was der Unterschied zwischen Kennzahlen (Metriken) und KPIs ist. Eine Metrik ist das, was Sie messen. Es handelt sich um eine quantifizierbare Messgröße, die Daten über einen bestimmten Leistungsaspekt liefert. Nicht alle Metriken sind zwingend mit bestimmten Zielen oder Vorgaben verknüpft.

KPIs hingegen sind eine Art von Metriken, die strategisch ausgewählt und definiert werden, um die wichtigsten Aspekte der Leistung und den Fortschritt hinsichtlich strategischer Ziele widerzuspiegeln. KPIs sind in der Regel mit Zielen verknüpft und verfügen häufig über zu erreichende Vorgaben, Schwellenwerte oder Benchmarks.

KPIs für Ihr DevOps-Team festlegen

Der erste Schritt zur Festlegung von KPIs für Ihr DevOps-Team besteht darin, DevOps-Metriken mit Ihrer Geschäftsstrategie und Ihren Zielen zu verknüpfen. Indem Sie die wichtigsten Metriken priorisieren, können Sie damit beginnen, Ziele und Benchmarks für kontinuierliche Verbesserungen festzulegen. Die Auswahl der richtigen Metriken erfordert die Berücksichtigung Ihrer Unternehmensgröße, Ihres Produkts und Ihres Marktes. Konzentrieren Sie sich auf das, was die aussagekräftigsten Erkenntnisse liefert, und vermeiden Sie den weit verbreiteten Fehler der Überfrachtung mit zu vielen Metriken.

Die Überwachung Ihrer KPIs ist ebenso wichtig wie deren Festlegung. Prüfen Sie Visualisierungstools für Daten, um Ihrem Team Echtzeitdaten auf intuitiven Dashboards zur Verfügung zu stellen. Das sorgt für vollständige Transparenz, schafft Verantwortlichkeit und ermöglicht es allen, gemeinsam an gemeinsamen Zielen zu arbeiten. So werden Entwicklungs- und Betriebsteams aufeinander abgestimmt und die Einführung und Reife von DevOps gefördert.

Eine Tabelle, die die Benchmark-KPIs für die DORA DevOps-Metriken zeigt
Benchmark-KPIs für DORA DevOps-Metriken.

Anhand der zentralen DORA-Metriken sehen wir die Benchmarks für jede Metrik, basierend auf Elite-, Hoch-, Mittel- und Niedrigleistungs-Teams. Diese Tabelle kann Ihnen helfen, KPIs für Ihr eigenes Unternehmen festzulegen, je nachdem, was Sie als Priorität einstufen.

Bei der Festlegung Ihrer KPIs ist es am besten, Ihr Team und Ihr Unternehmen sorgfältig zu betrachten, ohne Vergleiche mit anderen Firmen anzustellen. Wenn wir beispielsweise die CFR betrachten, ist der Benchmark für hohe, mittlere und niedrige Performance derselbe. Dies hängt stark von Ihrer Bereitstellungsfrequenz ab, kann sie allerdings auch umgekehrt beeinflussen. Wenn Ihr Team seine ganze Zeit damit verbringt, Fehler zu beheben, bleibt weniger Zeit für Entwicklung und Bereitstellung von Updates. KPIs können sich auch ändern, während Ihr DevOps-Team reift. Durchgängige Automatisierungs- und Testprozesse sollten es Ihnen ermöglichen, die Messlatte für Ihre Zielwerte anzuheben.

Wie Sie DevOps-Metriken zum Skalieren nutzen

Da der globale DevOps-Markt voraussichtlich 24,71 Milliarden $ bis 2027 erreichen wird (eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 22,9 %, ausgehend von einer Marktgröße von 10,84 Milliarden $ im Jahr 2023), sehen Sie dies als Ihr Zeichen, wenn Sie auf den besten Zeitpunkt warten, um DevOps in Ihrem Unternehmen einzuführen.

DevOps beschleunigt nicht nur die Entwicklung und verkürzt so die Time-to-Market, sondern fördert auch die Zusammenarbeit durch den Abbau von Silos, steigert die Qualität durch kontinuierliches Testen und Feedback-Schleifen und optimiert den Ressourceneinsatz, was wiederum Geld spart. Schließlich ist DevOps leicht skalierbar und unterstützt das Wachstum des Unternehmens – mit 83 % der IT-Entscheidungsträger, die im Jahr 2021 einen höheren Unternehmenswert durch die Umsetzung von DevOps erzielten.

Leistungsmessung und kontinuierliche Verbesserung

Die Überwachung der Leistung ist der Schlüssel zur Skalierung eines Unternehmens, das DevOps einsetzt. Es handelt sich um einen schnellen Ansatz mit einem stetigen Produktionsworkflow, daher sollte auch das Messen und Berichten entsprechend häufig erfolgen. DevOps-Metriken ermöglichen es Ihnen, die Leistung Ihrer Entwicklungs- und Auslieferungsprozesse zu verfolgen. Indem Sie wichtige Aspekte wie Bereitstellungsfrequenz, Vorlaufzeit und Fehlerquote messen, können Sie Engpässe, Ineffizienzen und Verbesserungsmöglichkeiten identifizieren. So können Sie Ihre Workflows und Prozesse regelmäßig optimieren.

Ein Kreislauf, der zeigt, wie Entwicklungs- und Betriebsteams ihre Verantwortlichkeiten integrieren
Optimieren Sie Workflows mit DevOps.

Das Verfolgen von Metriken wie Fehlerquote bei Änderungen und mittlere Wiederherstellungszeit hilft Ihnen, Trends aufzuspüren, mit denen Sie Probleme frühzeitig erkennen können. Dieser proaktive Ansatz ermöglicht es Ihnen, Korrekturmaßnahmen zu ergreifen und den Einfluss auf Kunden zu minimieren. So wird Zuverlässigkeit erreicht – eine weitere wichtige Voraussetzung für qualitatives Wachstum.

Schließlich helfen Ihnen DevOps-Metriken dabei, Ihr DevOps-Team weiterzuentwickeln, indem sie eine Kultur der kontinuierlichen Verbesserung fördern. Feedback-Schleifen regen Lernen und Wachstum an – es sollte stets Raum für die Erprobung neuer Ansätze vorhanden sein.

Welche DevOps-Metriken unterstützen das Unternehmenswachstum?

Bei der Festlegung von KPIs sollte der Großteil der Metriken im eigenen Team analysiert und auf Wachstum ausgerichtet, statt mit anderen Unternehmen oder Gruppen auf anderen Reifegraden verglichen werden.

Beispielsweise könnte ein niedriger LTC darauf hindeuten, dass Ihr Team effizient arbeitet. Wenn es jedoch das Tempo nicht halten kann, ist dies nicht nachhaltig und könnte letztendlich das Nutzererlebnis beeinträchtigen. Diese Kennzahl sollte über einen Zeitraum hinweg gemessen werden, anstatt einen KPI auf das Niveau eines leistungsstarken oder sogar erstklassigen, ausgereiften DevOps-Teams zu setzen. Setzen Sie KPIs zur monatlichen, quartalsweisen oder jährlichen Reduzierung des LTC – das verdeutlicht Wachstum innerhalb Ihres Teams und Ihres Unternehmens.

CFR ist eine wertvolle Kennzahl, da nicht alle Teams die gleiche Anzahl von Fehlern oder Problemen haben. Mit einer Prozentangabe lässt sich messen, wie erfolgreich Ihre Deployments sind. Ihr Team hat vielleicht nur sehr wenige Fehler, wenn Änderungen selten veröffentlicht werden, aber falls jeder Release ein Problem verursacht, ist der CFR sehr hoch. Wenn Sie CI/CD-Praktiken befolgen, können Sie eventuell häufiger Fehler feststellen, aber wenn Ihr CFR niedrig ist, haben Sie einen Vorteil: Sie verbinden Geschwindigkeit mit Qualität und unterstützen so das Wachstum. Auch der MTTR sollte über die Zeit gemessen werden, um ein stetiges Wachstum sicherzustellen.

DORA hat herausgefunden, dass Teams aller Entwicklungs-Performance-Ebenen bessere Ergebnisse erzielten, wenn sie sich auf die operative Leistungsfähigkeit konzentrierten. Das könnte bedeuten, KPIs für Störfallberichte oder offene Tickets, Anwendungsbereitschaft und Verfügbarkeit zu setzen.

Eine hohe Anzahl offener Tickets kann auf ein Problem mit der Kundenzufriedenheit hinweisen, aber eine Reduzierung im Zeitverlauf spiegelt Wachstum in diesem Bereich wider. Sie könnten noch genauer hinschauen und Antwort- sowie Warteschlangenzeiten messen, um die Verbesserung dieses Wertes zu beschleunigen.

Die eine Kennzahl, die Entwicklung und Betrieb vollständig als DevOps-Team vereint, ist die Zykluszeit. Dies ebnet den Weg, eine Kultur des Feedbacks und Wachstums aufzubauen. Während sich andere Kennzahlen verbessern und Automatisierung reifer wird, sollte die Zykluszeit sinken. Wenn Ihre Kundenzufriedenheit hoch und Entwicklungsfehler gering sind, haben Sie die perfekte Kombination gefunden, um Ihr Unternehmen zu skalieren.

Setzen Sie auf eine kennzahlenbasierte Kultur für langfristigen Erfolg

Wir haben herausgefunden, wie datengestützte Entscheidungsfindung umgesetzt werden kann, indem geeignete DevOps-Kennzahlen verfolgt und gemessen werden. Der richtige Ansatz kann die Teamleistung, Prozesseffizienz und Kundenzufriedenheit verbessern.

Während sich alle DevOps-Frameworks um Kultur, Zusammenarbeit und kontinuierliche Verbesserung drehen, können Sie herausfinden, welches Framework und welche Kennzahlen zu Ihrer Wachstumsstrategie passen und Ihr Unternehmen am effektivsten beim Skalieren unterstützen.

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