Angesichts der vielen verschiedenen Möglichkeiten, wie Hacker die Netzwerke und Systeme Ihres Unternehmens angreifen können, fragen Sie sich vielleicht, welche Sicherheitsmaßnahmen am besten geeignet sind, dies zu verhindern? Mit Risikoanalysen und Penetrationstests können Sie wertvolle Zeit sparen, da Sie Probleme nicht erst später beheben müssen.
Zunächst sollten Sie den Unterschied zwischen beiden Ansätzen verstehen, da diese Begriffe miteinander verknüpft sind. Es kommt vor, dass Sie für Penetrationstests bezahlen und einen hundertseitigen „Penetrationstest“-Bericht erhalten, in dem Schwachstellen aufgeführt sind, die eigentlich von einem Schwachstellenscanner gefunden wurden.
Viele Unternehmen führen Penetrationstests durch, die sich letztlich als Schwachstellenanalysen herausstellen. Das Problem ist also recht verbreitet. In diesem Artikel erkläre ich die wichtigsten Unterschiede zwischen diesen beiden Arten von Sicherheitstests: Penetrationstest (PT) und Schwachstellenscan (VS).
- Schwachstellenscan
- Penetrationstest
- Wesentliche Unterschiede zwischen Schwachstellenscans und Penetrationstests
- Warum sollte man Schwachstellenscans und Penetrationstests durchführen?
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Schwachstellenscan
Schwachstellen sind wie kleine Hürden, die Sie überwinden müssen, damit die IT-Infrastruktur Ihres Unternehmens (Firewalls, Webanwendungen usw.) sicher bleibt. Diese Scans helfen dabei, potenzielle Probleme bei Ihrem Netzwerkverkehr und der Webanwendungssicherheit zu erkennen und Schwächen aufzudecken, die von Hackern als leichte Angriffsziele ausgenutzt werden könnten. Eine typische Analyse untersucht Ihre Firewalls, Webanwendungen, Server sowie weitere Geräte, die mit der IT-Infrastruktur des Unternehmens verbunden sind, und kann so potenzielle Schwachstellen oder Probleme erkennen.
Die Ergebnisse der möglichen Schwachstellen werden im Bericht aufgeführt. Da die Ergebnisse einer Schwachstellenanalyse jedoch nicht mit einem Exploitierungsversuch einhergehen, können einige davon Fehlalarme (False Positives) sein.
Eine umfassende Sicherheitsüberprüfung sollte für jede gefundene Schwachstelle sowohl Titel als auch Schweregrad (hoch/mittel/niedrig) enthalten. Es ist wichtig sicherzustellen, dass Sie wissen, welche Schwachstellen kritisch sind, bevor Sie Zeit auf die Behebung weniger dringender Probleme verschwenden – Verwirrung erschwert sonst die weiteren Schritte nur zusätzlich!
Eine gute Möglichkeit, Ihre Sicherheitsfunde zu organisieren, ist die Sortierung nach Schweregrad. Die gravierendsten Schwachstellen werden als „hoch“ angegeben, gefolgt von mittleren Problemen als „mittel“ oder darunter – so können Sie beim Analysieren des Berichts leichter erkennen, was als erstes behoben werden sollte.
Penetrationstest
Penetrationstester sind Jäger, die mit ihren Fähigkeiten Schwachstellen aufspüren, um Informationen abzusichern. Das Ziel eines Penetrationstests besteht darin, Schwachstellen aufzudecken, sie aktiv auszunutzen und Zugriff auf das System zu erlangen. Penetrationstests dienen dazu, die Echtheit der entdeckten Schwachstellen zu verifizieren und können gemäß PCI DSS auch theoretische Entdeckungen von nicht ausnutzbaren Schwachstellen beinhalten.
Pentester versuchen verschiedene Angriffe auf Systeme, entweder um absichtlich zu hacken oder für allgemeine Forschungszwecke. Gelingt es ihnen, ein System mit einem Exploit, der als legitim eingestuft wird, zu kompromittieren, wird dies in Ihrem Penetrationstest-Bericht neben anderen Testergebnissen wie aufgedeckten Schwachstellen und Exploits dokumentiert.
Der Prozess des Penetrationstests ist ein wesentlicher Bestandteil, um einzuschätzen, wie wahrscheinlich es ist, dass ein Cyberangriff im echten Leben ausgenutzt werden könnte. Der Tester nutzt sein Wissen und seine Fähigkeiten, um zu simulieren, was passieren würde, wenn jemand mit böswilliger Absicht versucht, sich Zugang zu Ihrem Netzwerk zu verschaffen. Dadurch kann eingeschätzt werden, wie einfach oder schwierig es unter verschiedenen Software-/Hardware-Kombinationen tatsächlich wäre.
Wesentliche Unterschiede zwischen Schwachstellenscan und Penetrationstest
Penetrationstest vs. Schwachstellenscan – worin unterscheiden sie sich eigentlich?
Umfang
Der Umfang der Schwachstellenabdeckung unterscheidet sie von Penetrationstests. Während bei einem typischen Pentest meist ein Aspekt sehr detailliert betrachtet wird, um Schwachstellen zu finden, werden bei einer Analyse viele Bereiche abgedeckt – etwa die Identifikation potenzieller Bedrohungen oder Risikofaktoren, die ohne angemessene Gegenmaßnahmen zum Systemausfall führen könnten. Dazu gehört auch das Verständnis der Funktionsweise Ihres Netzwerks, um Modifizierungen im Hinblick auf gängige Sicherheitspraktiken aushängen zu können.
Penetrationstests sind die ideale Wahl für Kunden, die sicherstellen wollen, dass ihre Netzwerksicherheitsrisiken nicht verletzt wurden, aber nicht die Zeit oder das Budget für umfassende Tests haben. Experten verfolgen dabei einen „Tiefgang“-Ansatz und prüfen, ob Schwachstellen je nach Tiefe existieren – vom Oberflächenbereich bis hin zu den Kerndiensten. Hier zählt Tiefe mehr als Breite, denn je mehr Lücken bestehen, desto länger dauert die spätere Behebung.
Automatisierungsgrad
Automatisierung ist eine hervorragende Möglichkeit, um sicherzustellen, dass die Sicherheit Ihrer Organisation immer auf dem neuesten Stand bleibt. Schwachstellenbewertungen werden häufig automatisiert durchgeführt, was bedeutet, dass sie effizienter und mit einer größeren Abdeckung von Schwachstellen erledigt werden können, als wenn Menschen dies einzeln tun würden.
Penetrationstests hingegen kombinieren sowohl automatisierte Verfahren als auch solche, die menschliches Eingreifen erfordern, um Probleme weiter zu untersuchen – diese Art von Tests würde mit der Unflexibilität von Robotern nicht funktionieren!
Schwierigkeit
Der dritte Unterschied ist die Schwierigkeit der Durchführung der einzelnen Tests und das erforderliche Qualifikationsniveau des Testers. Automatisierte Tests, die ausgiebig bei der Bewertung der IT-Sicherheit verwendet werden, setzen geringe Qualifikationen voraus und können von Mitarbeitern des Sicherheitsteams durchgeführt werden. Allerdings kann es vorkommen, dass das Sicherheitspersonal des Unternehmens bestimmte Schwachstellen entdeckt, die es nicht beheben kann und daher aus dem Bericht auslässt. Aus diesem Grund kann eine Schwachstellenbewertung durch einen externen Dienstleister nützlicher sein, um Sicherheitslücken zu beseitigen. Zudem werden Sie mit der Sicherheitsstrategie eines Drittanbieters vertraut gemacht.
Penetrationstests hingegen erfordern ein viel höheres Maß an Fachkenntnissen (bedingt durch den manuellen Charakter des Prozesses) und werden üblicherweise an darauf spezialisierte Dienstleister vergeben.

Warum sollten Sie Schwachstellenscans und Penetrationstests durchführen?
Jeden Tag werden neue Schwachstellen gefunden und gemeldet. Während Compliance-Vorschriften oder grundlegende Sicherheitsrichtlinien mindestens monatliche Updates verlangen, werden häufigere Schwachstellenscans empfohlen. Unternehmen können erheblich profitieren, indem sie ihr Sicherheitsprofil genau abbilden.
Abhängig vom Schweregrad der Schwachstellen können sich bestimmte Exploits mitunter sehr schnell ausbreiten. Zero-Day-Exploits treten häufiger auf, als uns lieb ist. Sie setzen sich einem potenziellen Risiko aus, wenn Sie keine regelmäßigen Schwachstellenscans durchführen und notwendige Korrekturen umsetzen.
Nachdem Sie eine Prüfungsfrequenz festgelegt und Probleme zeitnah behoben haben, verfügen Sie über eine solide Grundlage für Ihre Sicherheits- und Compliance-Anforderungen.
Basierend auf den Ergebnissen der Schwachstellenscans ist es ratsam, nach einigen Scanzyklen Penetrationstests durchzuführen. Der Vorteil von Penetrationstests für Unternehmen besteht darin, dass Schwachstellenscanner in ihrer Fähigkeit, bestimmte Schwachstellen für jedes einzelne System zu finden, begrenzt sind. Die tatsächliche Gefährdung, die von ausnutzbaren Schwachstellen ausgeht, wird oft erst durch einen Penetrationstest in einem bestimmten Kontext vollständig deutlich.
Statt sich nur auf eine einzige Schwachstelle zu konzentrieren, kann der Penetrationstester mehrere Schwachstellen kombinieren oder verketten, um größere Effekte zu erzielen. Wenn mehrere Schwachstellen in geeigneter Kombination auftreten, kann etwas, das beim Schwachstellenscan als nicht kritisch eingestuft wurde, zur Grundlage eines ausgeklügelten Angriffs werden.
Die aktuelle Bedrohungslage ist so ernst, dass Unternehmen es sich nicht leisten können, auf diese beiden sich ergänzenden Strategien zu verzichten.
Fazit
Für Menschen, die noch nie eine Schwachstellenbewertung oder einen Penetrationstest durchgeführt haben, kann das Thema schwierig zu verstehen sein – aber jetzt kennen Sie den Unterschied! Auch wenn beides wichtig ist, sollten Organisationen darauf achten, eine vollständige Bandbreite an Cybersicherheitsmaßnahmen zu etablieren, anstatt sich nur auf Informationssicherheit zu verlassen.
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