IT-Asset-Lifecycle-Management – auch bekannt als IT-Asset-Management oder ITAM – existiert in irgendeiner Form ungefähr so lange wie der IT-Beruf selbst.
Verwechseln Sie dies jedoch nicht mit einer altmodischen Praxis im Niedergang. Vielmehr ist ITAM für ein erfolgreiches IT-Management so wichtig wie eh und je. Die Definition eines IT-Assets hat sich erweitert und weiterentwickelt und enthält heute weit mehr als z. B. Mitarbeiter-Laptops und Softwareanwendungen. Außerdem ist der Wert von IT-Assets stetig gestiegen, angesichts der zentralen Rolle, die Technologie in praktisch jedem Unternehmen spielt – ganz zu schweigen von ehrgeizigen Digitalisierungsinitiativen, die inzwischen nahezu jede Branche erfassen.
Hinzu kommt eine „neue Normalität“, in der unsichere makroökonomische Bedingungen als gewöhnlicher Geschäftsalltag angesehen werden – wodurch die Bedeutung von ITAM noch deutlicher wird und tatsächlich das Interesse an diesem Bereich neu entfacht.
Als CTO sind Sie vermutlich mit dem allgemeinen IT-Grundsatz vertraut, dass „man nur schützen kann, was man auch sieht“, oder ähnlichen – Sie können nichts optimieren, was Sie nicht sehen, Sie können nichts aktualisieren, was Sie nicht sehen usw. ITAM als Disziplin strebt seit jeher danach, die Art von Transparenz und Wissen zu ermöglichen, die CTOs benötigen, um das Beste aus ihren begrenzten Ressourcen zu machen – idealerweise in Echtzeit oder nahezu in Echtzeit.
Diese Transparenz und Einsicht ist umso wichtiger, je stärker IT-Umgebungen verteilt, vielfältig und datenintensiv werden. Schauen wir uns also den Stand von ITAM im Jahr 2026 an – von den bewährten Grundpfeilern bis hin zu neuen Trends und Schwerpunkten, die Sie und Ihr Team kennen sollten.
Definition & Schlüsselfasen von ITAM
IT-Asset-Lifecycle-Management ist der kontinuierliche Prozess der Verwaltung und Optimierung von Technologie-Assets in jeder Phase ihres Lebenszyklus – von der Planung und Beschaffung bis zur Außerbetriebnahme und IT-Asset-Entsorgung.
Die Umsetzung von Best Practices im IT-Asset-Management in jeder Phase stellt sicher, dass Unternehmen den Wert maximieren und gleichzeitig Risiken minimieren. Diese Best Practices sind entscheidend zur IT-Kostenoptimierung, Servicequalität, Mitarbeiterproduktivität, Sicherheit und Compliance. Der Begriff wird auch verwendet, um verschiedene Asset-Management-Software-Tools für CTOs zu bezeichnen, die zur Verwaltung ihres Technologie-Portfolios eingesetzt werden.
Wir verwenden hier „IT-Asset-Lifecycle-Management“ und „IT-Asset-Management“ austauschbar. Manche sehen Ersteres allerdings als einen spezifischen Prozess unter dem breiteren Dach von ITAM-Praktiken. Unabhängig von Ihrer Sichtweise bezeichnen beide Begriffe zu Recht den rigorosen End-to-End-Lifecycle-Management-Prozess, der sämtliche IT-Assets steuert, um maximalen Geschäftswert sicherzustellen. Zu diesen Phasen gehören:
- Planung und Budgetierung: Die erste Phase eines effektiven IT-Asset-Managements beginnt, bevor die Assets überhaupt existieren. In der Planungsphase geht es darum, den IT-Bedarf vorauszusehen, um sicherzustellen, dass Ihre Investitionen angemessen sind, das Budget zur richtigen Zeit verfügbar ist und dass Sie mit Ihren IT-Dienstleistern die besten Preise aushandeln.
- Anschaffung: Sie benötigen auf intelligenter, präziser Planung basierende Prozesse, die gewährleisten, dass Sie neue Assets genau dann beschaffen können, wenn Sie sie benötigen. Diese Phase wird häufig als Beschaffung bezeichnet und kann – insbesondere in großen Unternehmen – ein eigenes Team oder eine eigene Abteilung involvieren.
- Zuweisung: Nach der Anschaffung müssen IT-Assets korrekt zugeordnet, zugewiesen und nachverfolgt werden – damit die richtigen Ressourcen kontinuierlich den richtigen Personen und Systemen zur Verfügung stehen. Zu dieser Phase gehören grundlegende Aufgaben wie Konfiguration, Rollout und Endanwenderschulungen.
- Nutzung und Optimierung: Kaum ein IT-Asset ist eine "einmal einrichten, dann vergessen"-Lösung – eine effektive Nutzung erfordert durchdachte, vorausschauende Wartungsstrategien wie Sicherheits-Patching und Software-Upgrades sowie Feinabstimmungen, um einen optimalen Einsatz bei moderaten Wartungskosten sicherzustellen. In diese Phase fällt außerdem fortlaufender Support (z.B. über einen Helpdesk), wenn Probleme oder Fehler auftreten.
- Ausmusterung: Die Nutzungsdauer praktisch jedes IT-Assets ist endlich – ob es sich nun um veraltete Hardware, überholte Software oder um nicht mehr benötigte beziehungsweise inkorrekte Daten handelt, irgendwann ist der Zeitpunkt erreicht, an dem das Asset außer Betrieb genommen oder ersetzt werden muss.
- Entsorgung: Zuletzt müssen die ausgemusterten Assets – selbst Cloud- oder SaaS-Anwendungen – ordnungsgemäß entsorgt werden. Wenn Sie diesen Schritt vernachlässigen, setzen Sie Ihr Unternehmen unnötigen Risiken aus, z. B. hinsichtlich Sicherheitslücken, Compliance-Problemen und unnötigen Kosten (wie z.B. für die Speicherung nicht mehr benötigter Daten).
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4 wichtigste Vorteile des IT-Asset-Lifecycle-Managements
Da ITAM nicht unbedingt der glamouröseste Aspekt der IT ist, könnte man versucht sein, seinen Wert zu unterschätzen. Das wäre allerdings ein schwerer Fehler – vergleichbar damit, nie das Öl beim Auto zu wechseln oder die Haushaltsrechnungen zu ignorieren. Die Vorteile von ITAM sind meist kumulativ – nicht nur für Sie als CTO, sondern für alle Entscheider und Stakeholder im Unternehmen. Die Vorteile einer sorgfältigen Verwaltung jeder Phase des Asset-Lebenszyklus umfassen:
- Optimierte IT-Kosten: Das Ignorieren des IT-Asset-Lifecycle-Managements ist wie nie darauf zu achten, wofür Sie Ihr Geld ausgeben. Es ist schlicht unmöglich, Kosten zu optimieren – sei es, um Einsparpotenziale zu finden oder einfach den Return on Investment für jeden ausgegebenen Dollar zu maximieren – wenn Sie nicht wissen, wofür Sie Ihr Budget verwenden.
- Stärkere Sicherheit: Zu viele Sicherheitsrisiken und Vorfälle ergeben sich aus sogenannten „blinden Flecken“ in Ihrer Umgebung – auch hier gilt: Sie können ein Asset nicht schützen, wenn Sie nicht einmal wissen, dass es existiert.
- Gesteigerte Produktivität & Effizienz: Als CTO stehen Sie ständig unter dem Druck, mit weniger mehr erreichen zu müssen – ein lästiges, aber für die meisten IT-Verantwortlichen sehr reales Geschäftsmantra. Effektives ITAM hilft Ihnen dabei, Ressourcen optimal zu nutzen und gleichzeitig sicherzustellen, dass sowohl Mitarbeitende als auch IT-Systeme über die Tools und Daten verfügen, die sie für eine gute Arbeit benötigen.
- Verbesserte datenbasierte Entscheidungsfindung: Eine der größten Veränderungen im ITAM ist die Entwicklung hin zu der Sichtweise, dass Unternehmensdaten genauso wertvoll (wenn nicht wertvoller) sind wie traditionelle Assets wie Server oder Software. Ein datengetriebener Ansatz im ITAM sorgt dafür, dass die richtigen Informationen zur richtigen Zeit an die richtigen Personen und Systeme gelangen, um fundierte Entscheidungen zu ermöglichen – unabhängig davon, ob sie von Menschen oder Maschinen getroffen werden.
ITAM im 2026: Neue Trends für CTOs
Auch wenn das Management des Lebenszyklus von IT-Assets eine etablierte Praxis ist, ist es keineswegs statisch – genau wie sich die IT weiterentwickelt, ändert sich auch die Definition eines IT-Assets. Hier sind einige wichtige Trends, die Sie, falls noch nicht geschehen, in Ihre ITAM-Strategie einbauen sollten.
Daten als Asset: Da digitale Transformation und andere IT-getriebene Initiativen weiterhin zentrale Bestandteile von Geschäftsstrategien sind, müssen Unternehmen ihre Daten zunehmend als Asset betrachten – mit einem eigenen Lebenszyklus, genau wie physische Assets oder Softwarelizenzen. Das ist eine Voraussetzung, um beispielsweise das Datenmanagement und die Analytik zu optimieren.
KI trifft ITAM – oder umgekehrt: Einer der dringendsten Gründe, Daten explizit in den Asset-Management-Lebenszyklus zu integrieren, ist laut Tackett von Flexera die Notwendigkeit für effektive KI- und ML-Strategien. Gute KI ist nur mit guten Daten möglich.
„IT-Führungskräfte müssen erkennen, dass das IT Asset Management in diesem Jahr maßgeblich von den Fortschritten im Bereich KI und ML beeinflusst wurde“, sagt Tackett. „Wenn wir über KI sprechen, sprechen wir im Grunde über die intelligente Nutzung von Daten. Die leistungsstärksten IT-Teams suchen nach umfangreichen und angereicherten Datensätzen für effektivere Entscheidungsfindung. Die Fähigkeit, anderen Teams Daten bereitzustellen, ist ein bedeutendes Erfolgskriterium von Asset-Management-Initiativen und zeigt, dass ITAM eine unternehmensweite Rolle spielt.“
Die regulatorische Landschaft entwickelt sich weiter: Ob in Bezug auf Daten-Governance, Sicherheit oder andere Bereiche – es ist ebenfalls wichtig zu bedenken, dass das regulatorische Umfeld sich kontinuierlich wandelt.
Unternehmen mit Standorten in der EU werden zum Beispiel ihre ITAM-Praktiken – insbesondere bezüglich der Entsorgung von Assets – an neue Vorschriften anpassen müssen, bedingt durch die Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen (CSRD).
Fazit
Da IT-Assets immer vielfältiger, verteilter und für den Unternehmenserfolg unerlässlich werden, bietet ITAM die notwendige Transparenz, Kontrolle und Optimierung, um Ressourcen effizient zu managen, Kosten zu senken und Risiken zu minimieren. Mit der zunehmenden Bedeutung von Daten als Asset und der Integration von KI ins Asset Management ist die Rolle von ITAM für CTOs wichtiger denn je.
Wenn Sie Ihre ITAM-Strategie weiterentwickeln, geht es längst nicht mehr nur um das Verfolgen von Assets – sondern um einen proaktiven, datenbasierten Ansatz für das Technologiemanagement im gesamten Unternehmen.
Verbessern Sie Ihre ITAM-Praktiken und bleiben Sie über die neuesten Trends im Technologiemanagement informiert. Abonnieren Sie den Newsletter von The CTO Club für Einblicke und Strategien, mit denen Sie die Komplexität des IT Asset Managements meistern und Ihr Unternehmen voranbringen.
