In den letzten Jahren sind Low-Code- und No-Code-Plattformen zu bevorzugten Werkzeugen für Unternehmen geworden, die Innovationen beschleunigen, effizienter arbeiten und Technologie für alle zugänglich machen wollen.
Diese Plattformen bieten einzigartige Chancen für CTOs und andere Technologieführer, aber sie bringen auch ihre eigenen Herausforderungen mit sich (die jeweils eine sorgfältige Handhabung erfordern).
Zwei Branchenexperten, Alan Jacobson, Chief Data and Analytics Officer bei Alteryx, und JJ McGuigan, App Builder Product Manager bei Infragistics, teilen ihre Einblicke in die sich entwickelnde Rolle von Low-Code/No-Code-Plattformen in den Technologietrategien von Unternehmen.
Das Versprechen von Low-Code/No-Code-Lösungen
Laut Jacobson ermöglichen Low-Code- und No-Code-App-Builder es Organisationen, die Hürden für die Anwendungsentwicklung zu senken und so Wissensarbeiter in allen Abteilungen zu stärken.
„Nahezu alle Wissensarbeiter benötigen Daten, um Erkenntnisse zu gewinnen und Ergebnisse zu erzielen“, erklärt er. „Low-Code/No-Code-Lösungen ermöglichen es Personen mit unterschiedlichen technischen Kenntnissen, sinnvoll zu Projekten beizutragen und ihre Fähigkeiten zu erweitern, ohne die IT zu ersetzen.“
McGuigan bestätigt diese Sichtweise und hebt die Produktivitätsgewinne hervor, die diese Tools bringen.
„In einer Umfrage des App Builders 2024 gaben 90,4 % der Teilnehmenden an, dass Low-Code-Tools die Produktivität der Entwickler in ihren Unternehmen steigerten“, sagt er. Indem sowohl technische als auch nicht-technische Teams in die Lage versetzt werden, Anwendungen mit minimalem Programmieraufwand zu erstellen, können Unternehmen die Entwicklungszeit und -kosten erheblich senken und die Markteinführungszeit beschleunigen.
Jacobson erläutert: „Obwohl Low-Code/No-Code-Lösungen einen großen Mehrwert versprechen, sind sie nicht die komplette Lösung. Sie sollten als Werkzeuge zur Verbesserung der Zusammenarbeit und Effizienz gesehen werden, nicht als Ersatz für IT-Lieferfähigkeiten.“
Effizienz und Zusammenarbeit fördern
Einer der wichtigsten Vorteile von Low-Code-Plattformen ist ihre Fähigkeit, die Zusammenarbeit zwischen IT-Teams und Fachabteilungen zu fördern.
„Diese Plattformen bieten eine gemeinsame Umgebung, in der technisch Versierte und Nicht-Techniker an denselben Projekten arbeiten können“, sagt Jacobson. Das reduziert die Kompetenzlücke und fördert die Demokratisierung von Daten und Technologie.
McGuigan ergänzt, dass Low-Code-Plattformen Arbeitsabläufe optimieren und repetitive Aufgaben automatisieren, was die Teamproduktivität stärkt.
„Mit Features wie Drag-and-Drop-Oberflächen und integrierten Vorlagen können Teams rasch iterieren, testen und Updates bereitstellen. So werden viele manuelle Aspekte der Entwicklung, von Programmierregeln bis zur Skalierbarkeit, eliminiert“, erklärt er.
Jacobson liefert ein Beispiel: „Stellen Sie sich die Einführung eines Upgrades oder eines neuen ERP-Systems (Enterprise Resource Planning) vor. Ohne Tools zur Zusammenarbeit können Validierungsprozesse langwierig und mühsam werden. Low-Code/No-Code-Plattformen fördern eine engere Zusammenarbeit zwischen Abteilungen und reduzieren diese Ineffizienzen.“
Herausforderungen
Auch wenn Low-Code/No-Code-Plattformen bedeutende Vorteile versprechen, sind sie nicht frei von Herausforderungen. Sowohl Jacobson als auch McGuigan betonen die Bedeutung von Governance für eine erfolgreiche Implementierung.
„Ohne klare Regeln können diese Plattformen zu fragmentierten Systemen und Skalierungsproblemen führen“, warnt McGuigan. „CTOs müssen Rahmenwerke für Zugriffskontrolle, Compliance und Kontrolle einführen, um Risiken zu minimieren.“
Jacobson hebt Bedenken bezüglich der Daten-Governance hervor.
„Wenn jeder in der Organisation Daten analysieren kann, ist es möglich, auf dieselbe Frage unterschiedliche Antworten zu erhalten. Der Aufbau eines robusten Rahmens für Daten-Governance ist entscheidend, um diese Inkonsistenzen zu adressieren“, rät er. „In vielen Fällen liegt der Grund für unterschiedliche Antworten jedoch in der Unklarheit der Fragestellung selbst.“
Die richtige Lösung wählen
Jacobson rät Technologieführern, nach Lösungen zu suchen, die eine breite Nutzerbasis abdecken, sich nahtlos in bestehende Systeme integrieren lassen und Flexibilität bei der Bereitstellung bieten.
„Die besten Plattformen unterstützen Wissensarbeiter und IT, was eine bereichsübergreifende Zusammenarbeit ermöglicht“, sagt er. „Sie sollten außerdem Daten in allen Geschäftsformaten verarbeiten können und mit wichtigen Systemen integrierbar sein.“
McGuigan betont, wie wichtig es ist, die Plattformfunktionen auf die Unternehmensziele auszurichten.
„CTOs müssen darauf achten, dass die Plattform den Compliance-Anforderungen entspricht und Werkzeuge für Protokollierung, Nachverfolgung und Datenverschlüsselung bereitstellt“, merkt er an. Indem diese Faktoren berücksichtigt werden, können Unternehmen die Vorteile von No-Code-App-Buildern und entsprechender Entwicklung nutzen und Risiken minimieren.
Jacobson ergänzt: „Erfahrene Nutzer, die mit nicht-technischen Personen auf derselben Plattform zusammenarbeiten, ermöglichen effektivere Prozesse und verringern die Qualifikationslücke.“
Abgesehen davon ist die Zusammenarbeit mit einem individuellen Softwareentwicklungsunternehmen zum Beispiel eine weitere sinnvolle Option.
Fazit
Low-Code/No-Code-Plattformen haben die Herangehensweise von Organisationen an die Anwendungsentwicklung und Innovation grundlegend verändert.
„Diese Tools demokratisieren die Softwareentwicklung, stärken Teams und fördern die analytische Reife“, sagt Jacobson. „Organisationen, die in Schulungen und Ausbildung investieren, können einen erheblichen ROI erzielen, indem sie schnellere und effizientere Entwicklungsprozesse ermöglichen.“
McGuigan stimmt zu und ergänzt, dass Low-Code-Plattformen bei der richtigen Strategie ein echter Wendepunkt sein können. „Wenn sie strategisch eingesetzt werden, steigern sie die IT-Produktivität, verbessern die geschäftliche Agilität und fördern Innovation“, fasst er zusammen.
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