Wenn Ihr Unternehmen SAP-Technologie nutzt, könnte der 1. Januar 2028 zu einem bedeutenden Tag werden – allerdings nicht im positiven Sinne. Dann endet für viele Altsysteme innerhalb der SAP-Plattform der Support und die Bereitstellung von Updates. Falls Sie zu diesem Zeitpunkt noch auf diese Lösungen angewiesen sind und bis zum Jahresanfang 2028 keinen Migrationsplan ausgearbeitet haben, steht Ihnen ein schwieriges Jahrzehnt bevor.
Für Organisationen, die jetzt in die Bewertung ihres SAP-Portfolios investieren und die gegenwärtigen Veränderungen aktiv angehen, ist diese Frist jedoch keine Bedrohung. Im Gegenteil: Sie bietet die Chance, neuen Mehrwert zu schaffen, indem die neuesten und besten SAP-Produkte genutzt – und gegebenenfalls mit Drittanbieterlösungen kombiniert werden, die sich inzwischen leichter in das SAP-Ökosystem integrieren lassen.
Um Orientierung zu geben, was die SAP-Produktveränderungen bedeuten und wie sich Unternehmen vorbereiten können, beleuchtet dieser Artikel die Auswirkungen der Modernisierungsinitiative von SAP für die Kundschaft des Unternehmens. Er gibt Tipps, um angesichts dieser Neuerungen erfolgreich zu bleiben. Im Mittelpunkt steht dabei das Datenmanagement von SAP, aber die nachfolgenden Erkenntnisse gelten im Grunde für die meisten Bereiche des SAP-Ökosystems.
Wie sich SAP-Produkte verändern
SAP hat eine Vielzahl an Produktveränderungen und Weiterentwicklungen angestoßen, um die Unternehmenslösungen zu modernisieren. Im Bereich des Datenmanagements liegt der aktuelle Schwerpunkt auf dem Übergang von SAP Business Warehouse (BW) zu Datasphere.
Ich verwende das Wort „Ablösung“ hier bewusst etwas locker, denn Datasphere und BW werden noch lange Zeit nebeneinander existieren; die eine Lösung ersetzt die andere also nicht unmittelbar. Allerdings stellt SAP ab dem 1. Januar 2028 die reguläre Wartung für BW ein. Stattdessen gibt es dann nur noch Unterstützung im Rahmen einer erweiterten Wartung. BW wird weiterhin funktionieren, aber die Kund:innen zahlen dafür mehr und Innovation beim Produkt bleibt aus.
SAP-Updates aktiv angehen
Das bedeutet, dass Unternehmen, die aktuell auf BW – und viele andere von ähnlichen Wartungsumstellungen betroffene SAP-Lösungen – setzen, vor einer wichtigen Entscheidung stehen: Wie können sie langfristig den größtmöglichen Nutzen aus ihren SAP-Produkten ziehen?
Eine Strategie besteht darin, einfach bei den bestehenden Lösungen zu verbleiben und die Einschränkungen durch wegfallende Weiterentwicklungen hinzunehmen. Das schafft aber keinen nachhaltigen Mehrwert fürs Unternehmen. Zudem ist es keine zukunftssichere Strategie, denn irgendwann erlischt der Support für diese Altprodukte ganz.
Besser ist es, den Wandel als Chance zu sehen, um mit einer Modernisierung der Technologie neue Wertschöpfung zu ermöglichen. Beim Datenmanagement bedeutet dies, entweder ein Upgrade auf Datasphere, die moderne Datenmanagementplattform von SAP, vorzunehmen oder auf eine Drittanbieterlösung umzusteigen.
Veränderung gestalten: Schritte zur SAP-Modernisierung
Unabhängig davon, ob Sie im SAP-Ökosystem bleiben oder auf eine Drittanbieter-Lösung setzen, umfasst der eigentliche Modernisierungsprozess im Wesentlichen die folgenden Schritte:
1. Die richtige Lösung auswählen
Zunächst müssen Sie eruieren, welches Produkt den insgesamt größten Mehrwert bei der Migration bietet. Datasphere ist eine leistungsfähige Plattform, aber auch Datenmanagement- und Data-Warehouse-Lösungen von Drittanbietern bieten zahlreiche Vorteile. Welche Strategie am besten passt, hängt etwa davon ab, welche Lösung sich am einfachsten in Ihre bestehende Technologie-Landschaft integriert und welches Know-how Ihr Team dafür bereits mitbringt.
2. Daten migrieren
Um Ihre Daten aus der Altsystemwelt in die neue Plattform zu überführen, ist ein Datenmigrationsprozess erforderlich. Das ist ein komplexes Vorhaben, doch SAP hat dafür Architektur-Richtlinien und Muster entwickelt, die diesen Übergang erleichtern und dabei helfen, dass Ihre Daten in der neuen Plattform optimal für Datenmanagement und Analysen strukturiert sind.
Gleichzeitig sollten Sie im Rahmen der Migration darauf achten, angemessene Governance- und Sicherheitsmaßnahmen zu implementieren, um den Schutz Ihrer Daten in der neuen Lösung zu gewährleisten.
3. Umgebung betreiben und unterstützen
Nach Abschluss der Migration müssen die erforderlichen Prozesse etabliert werden, um die neue Umgebung zu unterstützen. Dazu gehören zum Beispiel Monitoring und das Management von Störungen, die eine effektive Arbeit mit den Daten beeinträchtigen könnten. Die Integration Ihres neuen Datenmanagement-Produkts mit den bereits genutzten IT-Betriebswerkzeugen erleichtert diesen Prozess ebenso wie die Nutzung der integrierten Monitoring-Funktionen von SAP, sofern diese für Ihre Umgebung zur Verfügung stehen.
4. Reporting implementieren
Um den geschäftlichen Nutzen aus den Daten zu ziehen, müssen Business-Intelligence- und Reporting-Tools bereitgestellt werden, mit denen Anwender:innen Daten analysieren und auswerten können. Auch hier können Sie auf SAP-eigene Lösungen wie SAP Analytics Cloud setzen oder entsprechende Angebote von Drittanbietern auswählen.
SAP-Migration: Ein komplexer, aber notwendiger Prozess
Die Migration von älterer SAP-Technologie ist ein komplexer und zeitaufwändiger Prozess, weshalb es für Unternehmen entscheidend ist, jetzt mit der Planung und Umsetzung einer Modernisierungsstrategie zu beginnen. Eine erfolgreiche Modernisierung erfordert ein umfassendes Verständnis der aktuellen SAP-Produktangebote sowie verfügbarer Drittanbieter-Alternativen, damit Unternehmen die detaillierte Analyse durchführen können, die notwendig ist, um den besten Weg zu zukünftigem Mehrwert zu finden.
Ich kann Ihnen nicht genau sagen, welchem Weg Sie folgen sollten, denn die Erfahrungen jedes Unternehmens werden unterschiedlich sein. Aber ich kann Ihnen sagen, dass diese Herausforderung jetzt angegangen werden muss. 2028 ist schneller da, als Sie denken.
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