Netzwerkmanagement ist von Natur aus komplex. Ein Netzwerk einzurichten, zu verwalten, durch Fehlerbehebung zu warten und dafür zu sorgen, dass es reibungslos und effizient funktioniert, ist eine Kunst. Dennoch lassen manche Netzwerkadministratoren diese Komplexität nahtlos erscheinen.
Egal, ob Sie ein Netzwerk von Grund auf neu einrichten oder eine bestehende Infrastruktur verwalten, jeder Schritt erfordert Präzision, Weitblick und Anpassungsfähigkeit. Vom ersten Kabel, das in einen Router gesteckt wird, bis hin zur Überwachung der Datenströme über verteilte Systeme hinweg verlangt die Netzwerkadministration einen durchdachten Ansatz, um eine reibungslose Performance sicherzustellen.
Was aber ein gut verwaltetes Netzwerk wirklich von einem unterscheidet, das ständig kurz vor der Krise steht, ist die Liebe zum Detail und ein proaktives Management. Dieser Prozess kann überwältigend wirken, aber mit der richtigen Strategie können selbst die komplexesten Netzwerke wie ein Uhrwerk laufen.
Erfolgreiche Netzwerkgestaltung und -verwaltung basieren auf grundlegenden Best Practices – angefangen bei der Überprüfung der aktuellen Systeme bis hin zur Gewährleistung, dass jedes Gerät ordnungsgemäß gepatcht und aktuell ist. Mit einem ganzheitlichen Blick und Fokus auf kritische Bereiche wie Netzwerktopologie, Konfigurationsmanagement und Sicherheitsprotokolle können Administratoren ein undurchschaubares Netz von Geräten in einen reibungslosen, effizienten und sicheren Betrieb verwandeln.
In diesem Beitrag lernen Sie praktische, umsetzbare Best Practices für die Netzwerkgestaltung und das Netzwerkmanagement kennen: vom Audit Ihrer aktuellen Infrastruktur bis zur Optimierung von Netzwerktools und ‑richtlinien im Hinblick auf Sicherheit, Compliance und Effizienz.
Planung und Gestaltung eines Kommunikationsnetzwerks
Netzwerkplanung umfasst Netzwerkanalyse, IP-Adressierung, Hardwareauswahl und die Planung der Implementierung. In einfachen Netzwerken, wie sie in den meisten Haushalten und kleinen Büros zu finden sind, ist die Netzwerkgestaltung ein unkomplizierter Prozess. In großen Unternehmensnetzwerken ist der Prozess meist sehr komplex und bezieht mehrere Interessengruppen ein.
Eine gute Voraussetzung für das Netzwerkmanagement ist eine Netzwerkbewertung – ein Audit der Leistung eines bestehenden Netzwerks. Diese gründliche Untersuchung zeigt, wie ein Netzwerk aufgebaut ist, wie Netzwerkgeräte verbunden sind, wie das Netzwerk funktioniert und wie sicher es ist. Am wichtigsten: Eine Netzwerkbewertung identifiziert Schwachstellen im Netzwerk, sodass Sie diese beheben können, bevor daraus größere Probleme entstehen.
10 Best Practices für intelligentes Netzwerkmanagement
Befolgen Sie diese zehn essenziellen Best Practices für die Gestaltung und Verwaltung eines Netzwerks:
1. Beginnen Sie mit einer Inventarisierung der kritischen Systeme. Eine Bestandsaufnahme der wichtigsten Systeme in einem Netzwerk – entweder manuell oder mithilfe von Scan-Software – ist der erste Schritt. Wählen Sie für die manuelle Herangehensweise Ihren Kern-Switch als Ausgangspunkt und dokumentieren Sie Server, Router, Verteiler-Switches, Firewalls und Geräte, die im Netzwerk angebunden und verwendet werden.
2. Erstellen Sie eine Kartenübersicht Ihres Netzwerks. Sie können die IT-Systeme eines Unternehmens nicht verwalten, ohne die Topologie zu visualisieren, die sie miteinander verbindet. Moderne Netzwerktopologie-Tools machen das Mapping heutzutage wesentlich leichter. Suchen Sie nach einem Tool, das alles automatisch dokumentiert, was es findet, um automatisierte, leicht verständliche visuelle Darstellungen Ihrer Infrastruktur zu erstellen. So erfassen Sie deren Komplexität auf einen Blick.
3. Verstehen Sie die Netzwerkkonfiguration. Ihr Unternehmen hat möglicherweise bereits eine Konfigurationsmanagement-Lösung eingeführt, mit der Sie ganz einfach sehen, wie Netzwerkgeräte eingerichtet sind. Doch oftmals gibt es keine Dokumentation zu den Konfigurationen, die Dokumentation ist veraltet oder Backups wurden nie erstellt.
Ein Konfigurationsmanagementsystem – und einige Netzwerkmanagementsysteme – zeigen an, welche Konfigurationen laufen, überwachen deren Änderungen und sichern sie automatisch, sobald Anpassungen vorgenommen werden. Das Überwachen von Konfigurationen ermöglicht es Ihnen, Änderungen in Ihrer Infrastruktur nachzuverfolgen – und diese nahtlos zurückzusetzen, sollte einmal ein Notfall eintreten.
4. Behalten Sie Ihren Netzwerkperimeter im Blick. Der Perimeter ist ein wichtiger Bestandteil einer Strategie für das Remote-Netzwerkmanagement. Sie sollten die Datenströme ein- und ausgehend von Ihrem Netzwerk überwachen und sich nicht allein auf klassische Firewalls oder Internetfilter verlassen, um Eindringlinge fernzuhalten. Anwendungsspezifische Firewalls und Eindringungsschutzsysteme (IPS) können helfen, unerwünschte Zugriffe am traditionellen Perimeter zu verhindern.
5. Patches aufspielen und regelmäßig wiederholen. Regelmäßige Software-Updates sind einfach eine Frage der grundlegenden Sicherheitshygiene – für die Netzwerkgeräte und Management-Tools, die das Herzstück Ihres Netzwerks bilden, ist dies jedoch noch wichtiger, um Effizienz und Sicherheit zu maximieren. Patches sind Ihre wichtigste Verteidigungslinie gegen bekannte Sicherheitslücken und beseitigen zudem größere Fehler. Das Herunterladen und Installieren der neuesten Updates sollte Priorität haben. Patches sind oft kostenlos (insbesondere bei kritischen Sicherheitsaktualisierungen) oder über einen Wartungsvertrag abgedeckt und in der Regel einfach zu installieren.
6. Überprüfen Sie Lizenzen, Zertifikate und Compliance-Standards. Veraltete Lizenzen, Wartungsvereinbarungen oder nicht konforme Systeme sind Konfigurationsprobleme, die behoben werden sollten. Warten Sie nicht, bis ein Gerät ausfällt, um festzustellen, dass die Wartungsvereinbarung dafür abgelaufen ist und Sie im Bedarfsfall keinen Zugriff auf den Support des Herstellers haben. Das Problem könnte auch unerwartete Rechnungen zur Folge haben, da einige Softwareanbieter versuchen, aus dem Einsatz von Produkten ohne gültige Lizenzen zusätzliche Einnahmen zu erzielen – und die Strafen für nicht erneuerte Lizenzen können durchaus hoch ausfallen. Überprüfen Sie außerdem, wie Ihr sich entwickelndes Netzwerk den aktuellen Compliance-Standards entspricht, um rechtliche Konsequenzen zu vermeiden.
7. Entfernen oder ersetzen Sie veraltete Geräte. Im Laufe der Zeit zeigen Netzwerkgeräte Alterserscheinungen – die Leistung nimmt ab, Anbieter stellen Sicherheits-Patches und Software-Updates ein und hinterlassen dadurch Schwachstellen im Netzwerk, außerdem verlieren sie die Kompatibilität mit neueren Geräten und können als Angriffsvektor für Schadakteure dienen. Bei der Bewertung, welche Geräte und Ausstattungen unnötig oder obsolet sind, sollten Sie beachten, welche Systeme voneinander abhängig sind. Ihre Netzwerk-Monitoring-Software kann Ihnen dabei helfen, Abhängigkeiten zu visualisieren und veraltete Geräte zu entdecken.
8. Aktualisieren (oder erstellen) Sie eine BYOD-Richtlinie. Es lohnt sich, Zeit in Richtlinien, Prozesse und langfristige Verbesserungen Ihres Netzwerkmanagements zu investieren. Nutzen Sie die Netzwerkkarte, um persönliche Geräte zu identifizieren, die verbunden sind, und prüfen Sie, ob eine BYOD- (Bring Your Own Device) Richtlinie notwendig ist. Auch eine bestehende Richtlinie kann eine Überarbeitung benötigen. Weitere wichtige Elemente zur Unterstützung Ihrer BYOD-Richtlinie sind zusätzliche WLAN-Zugangspunkte, separate SSIDs, Zwei-Faktor-Authentifizierung und Mobile Device Management.
9. Optimieren Sie Ihren Netzwerk-Werkzeugkasten. Nicht jedes Unternehmen hat mit der Entwicklung neuer Werkzeuge für das Netzwerkmanagement Schritt gehalten. Beispielsweise sind manche Firmen noch nicht von lokalen Überwachungstools auf flexiblere cloudbasierte Netzwerk-Monitoring-Lösungen umgestiegen. Bevor Sie bestehende Tools und Dienste ersetzen, prüfen Sie, ob nicht doch ein besonderer Bedarf besteht, den die neuen Tools vielleicht nicht erfüllen können.
10. Überprüfen und verbessern Sie SOPs, sofern vorhanden. Standardarbeitsanweisungen (SOPs) sind Schritt-für-Schritt-Anleitungen, um Routineaufgaben zu erledigen – wie das Beheben einer Netzwerk-Traffic-Spitze, das Sichern von Konfigurationen oder sogar nicht-technische Prozesse, etwa eine QBR-Präsentation für einen Teamleiter. Sollten Sie bereits SOPs nutzen, überprüfen Sie die einzelnen Schritte, passen Sie diese gegebenenfalls an oder ersetzen Sie alte empfohlene Tools durch Ihre neuen Werkzeuge. Gibt es noch keine SOPs, beginnen Sie damit, eine Anleitung darüber zu erstellen, wie man eine SOP entwickelt. Notieren Sie sich zu jeder anfallenden Aufgabe die wichtigsten Punkte und nutzen Sie diese Notizen später für die Erstellung einer SOP.
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Abschließende Gedanken
Mit zunehmender Komplexität der Netzwerke sollten potenzielle Probleme durch kontinuierliches Monitoring, den Austausch von Geräten und die Einführung moderner Managementlösungen im Blick behalten werden. Wichtige Maßnahmen wie der Einsatz von Netzwerk-Mapping-Tools, die Lizenzüberprüfung und regelmäßige Updates sowie eine starke Perimeterverteidigung helfen, Risiken zu mindern und die Einhaltung von Branchenstandards sicherzustellen. Die regelmäßige Überprüfung und Aktualisierung von Richtlinien, Tools und Prozessen stärkt die Widerstandsfähigkeit des Netzwerks gegenüber den sich wandelnden technologischen Anforderungen zusätzlich.
Wer diese Best Practices umsetzt, kann Netzwerke effizient verwalten, Ausfälle reduzieren und sich optimal auf zukünftige Herausforderungen vorbereiten – und stellt so langfristig sowohl Sicherheit als auch Effizienz sicher.
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