Google hat erneut die Abschaffung von Drittanbieter-Cookies in seinem Chrome-Browser verschoben und damit die bereits dreimal verschobene Frist (Google hatte die Initiative ursprünglich 2020 angekündigt) auf 2025 vertagt. Hauptgrund für die Verzögerung ist die Notwendigkeit, mehr Zeit für die Bewertung und das Testen der neuen Privacy Sandbox-Technologien zu gewinnen, um sicherzustellen, dass sie effektiv und datenschutzfreundlich sind und gleichzeitig Branchenfeedback und regulatorische Bedenken adressieren.
Insgesamt zeigt Googles Entscheidung, die Abschaffung zu verschieben, dass ein ausgewogener Ansatz nötig ist, der sowohl regulatorische als auch branchenspezifische Anforderungen erfüllt und gleichzeitig einen reibungslosen Übergang zu stärker datenschutzorientierten Werbetechnologien gewährleistet.
Die Ära des Cookies endet, aber die Zukunft der Werbung floriert! Paul Harrison von Simpli.fi teilt in diesem Q&A seine Gedanken, während wir die cookiefreie Zukunft aus Sicht eines CTOs betrachten. Wir sprechen darüber, wie CTOs das Auslaufen von Drittanbieter-Cookies effektiv meistern und ihre Teams auf Erfolgskurs bringen können.
Strategische Führung
1. Wie können CTOs angesichts der Abschaffung von Drittanbieter-Cookies die Auswirkungen und Dringlichkeit dieser Veränderung effektiv an Stakeholder im gesamten Unternehmen kommunizieren, um eine einheitliche Ausrichtung und Akzeptanz für neue Ansätze im digitalen Marketing zu erreichen?
"Obwohl Google die Abschaffung der Drittanbieter-Cookies erneut angekündigt und verschoben hat, ist es für CTOs weiterhin entscheidend, proaktive Maßnahmen zu ergreifen und sich auf die unumgängliche Veränderung vorzubereiten. Diese zusätzliche Zeit kann genutzt werden, um sicherzustellen, dass die eigenen Targeting- und Attributionslösungen vollständig darauf vorbereitet sind, ohne Drittanbieter-Cookies zu funktionieren.
CTOs müssen mit Stakeholdern über die branchenweite Abkehr von Drittanbieter-Cookies kommunizieren und sie über die übergeordneten Entwicklungen im digitalen Marketing aufklären. Dadurch können CTOs helfen, das Verständnis dafür zu stärken, wie diese Veränderung das digitale Marketing prägen wird, und sofortige Bedenken verringern.
Heben Sie die proaktive Haltung Ihres Unternehmens und ein robustes Angebot cookiefreier Lösungen hervor, um Kunden und Partner davon zu überzeugen, dass sie für den Übergang bestens vorbereitet sind.
Am wichtigsten ist, dass CTOs diese Entwicklung als Chance begreifen sollten. Während herkömmliche Methoden für Targeting und Attribution im Zuge der Einführung von alternativen IDs und Privacy Sandboxes überdacht werden müssen, eröffnet sich sowohl die Möglichkeit, Marktanteile zu gewinnen als auch zu innovieren.“
Neudefinition von Erfolg & Messung in einer datengesteuerten Zukunft
2. Traditionell hat sich der Erfolg digitaler Werbung stark auf Metriken gestützt, die an Drittanbieter-Cookies gebunden sind. Wie können CTOs in einer cookiefreien Zukunft die Erfolgsmessung neu definieren und so vielleicht eine ganzheitlichere Sicht auf die Kampagnen-Performance und die Customer Journey schaffen? Wie können CTOs über Drittanbieter-Cookies hinaus einen Wechsel zu einer robusteren First-Party-Data-Strategie vorantreiben und Teams befähigen, Kundendaten verantwortungsvoll und ethisch zu nutzen und zu analysieren?
"CTOs haben die einzigartige Chance, den Begriff des Erfolgs neu zu definieren, indem sie ihren Fokus auf alternative Methoden zur Messung der Kampagnen-Performance und der Customer Journey richten. Durch die Einführung von Attributionsmodellen, die Panel-basierte Ansätze oder skalierte Signale einbeziehen, können CTOs Trend- und Richtungsinformationen gewinnen, die über die traditionellen, von Drittanbieter-Cookies abhängigen Metriken hinausgehen. Es ist auch wichtig, umfangreich in Machine Learning (ML) zu investieren, um die zunehmende Fragmentierung der Signale für Targeting, Optimierung und Attribution zu managen.
Mit der kommenden Abschaffung von Drittanbieter-Cookies müssen CTOs taktische Veränderungen hinsichtlich der Implementierung, Optimierung und Attribution von Funktionen antizipieren und einer robusteren First-Party-Data-Strategie Priorität einräumen. Durch den direkten Aufbau von Kundenbeziehungen mit First-Party-Daten können Unternehmen tiefere Einblicke in das Verhalten und die Präferenzen ihrer Kunden gewinnen und personalisierte, zielgerichtete Marketingkampagnen schaffen – und das alles unter Wahrung der Privatsphäre der Nutzer.
CTOs sollten außerdem Partnerschaften und technologische Entwicklungen prüfen, die alternative Lösungen zu Drittanbieter-Cookies bieten. Die Beteiligung an Initiativen wie Googles Privacy Sandbox kann ebenfalls wertvolle Einblicke in zukünftige cookiefreie Lösungen vermitteln und Unternehmen dabei helfen, sich an die veränderte Werbelandschaft anzupassen."
Vertrauen & Transparenz aufbauen
3. Der Schutz der Privatsphäre der Nutzer ist enorm wichtig. Die Abschaffung von Drittanbieter-Cookies könnte das Machtverhältnis zwischen Werbetreibenden und Verbrauchern nachhaltig verändern. Wie können CTOs die Entwicklung klarer und transparenter Kommunikationsstrategien bezüglich Datenerhebung und Nutzer-Tracking vorantreiben? Wie können CTOs ethische Grundsätze im Team verankern, verantwortungsbewusste Datennutzung sicherstellen und so ein ausbalanciertes Ökosystem schaffen, das die Privatsphäre der Nutzer respektiert?
"Mit dem technologischen Fortschritt wird es für CTOs immer wichtiger, Verantwortung zu übernehmen und die Sensibilisierung aller Stakeholder – von internen Teams über Kunden bis hin zu Partnern – für das konsequente Engagement des Unternehmens im Bereich Datenschutz zu fördern.
Dazu gehört auch, proaktiv cookiefreie Lösungen zu entwickeln, Identifikatoren im System zu verschleiern und Partnerschaften mit relevanten Organisationen zu etablieren, um dem stetig wandelnden Markt einen Schritt voraus zu sein.
Durch die Priorisierung von Transparenz in der Produktentwicklung können CTOs sicherstellen, dass alle Funktionen und Features mit Blick auf den Datenschutz entwickelt werden, die Verarbeitung von personenbezogenen Informationen (PII) vermieden wird und Nutzern einfache Möglichkeiten zum Management ihrer Datenschutz-Einstellungen angeboten werden."
Die Rolle der Kreativität neu denken
4. Da hyper-zielgerichtete Werbung an Bedeutung verliert, könnte ein erneuter Fokus auf Kreativität und fesselndes Storytelling beim Markenaufbau entscheidender werden, um die Aufmerksamkeit der Nutzer zu gewinnen? Wie können CTOs gemeinsam mit Marketingteams Technologie nutzen, um die Kraft kreativer Inhalte in einer cookielosen Zukunft zu stärken statt zu ersetzen?
„Während wir uns in dieser komplexen und sich ständig wandelnden Werbelandschaft bewegen, ist es wichtig anzuerkennen, dass der Wandel weg von Hyper-Targeting nicht dessen Niedergang bedeutet, sondern vielmehr eine Veränderung in der Vorgehensweise.
In einer Zukunft ohne Cookies ist es entscheidend, dass CTOs und Marketingteams gemeinsam daran arbeiten, Technologie so zu nutzen, dass die Wirkung kreativer Inhalte nicht ersetzt, sondern verstärkt wird. Um das Niveau des aktuellen Hyper-Targetings zu halten oder sogar zu übertreffen, sind kreative Lösungsansätze, maschinelles Lernen und Innovation gefragt.
Zusätzlich können CTOs mit Marketingteams zusammenarbeiten, um Fallstudien und Thought-Leadership-Inhalte wie Unternehmens-Standpunkte und Whitepapers zu entwickeln. Diese Marketingmaterialien zeigen ihre Expertise auf und beleuchten innovative Ansätze im Marken-Storytelling.“
Talent für die Zukunft sichern
5. Die für den Erfolg in der digitalen Werbung notwendigen Kompetenzprofile werden sich voraussichtlich weiterentwickeln. Wie können CTOs in die Weiterbildung und Umschulung ihrer Teams investieren, damit diese in einer cookielosen Zukunft erfolgreich sind?
„Um Teams für den Erfolg in einer cookielosen Zukunft zu befähigen, sollten CTOs gezielt in Technologie investieren, um die Lücke zu schließen, die durch die Abkehr von Cookies insbesondere in den Bereichen Targeting, Optimierung und Attribution entsteht.
Der Einsatz von maschinellem Lernen, das Fördern von Partnerschaften mit First Parties und die Anpassung an laufend weiterentwickelte Privacy-Sandbox-Implementierungen werden dabei eine wichtige Rolle spielen. Diese Kombination sorgt dafür, dass Teams für die Herausforderungen der cookielosen Werbewelt gerüstet sind und die sich daraus ergebenden Chancen nutzen können.“
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