Skip to main content

Das Jahr 2025 wird vom Aufstieg unternehmensweiter künstlicher Intelligenz-Agenten geprägt sein. Diese intelligenten Systeme sind in der Lage, komplexe und nuancierte Geschäftsprozesse zu steuern, und sie stellen weit mehr als eine technologische Innovation dar – sie sind eine grundlegende Neubewertung unserer Arbeitsweise.

Gartner prognostiziert, dass bis 2028 33 % der Unternehmenssoftware-Anwendungen agentenbasierte KI enthalten werden, im Vergleich zu weniger als 1 % im Jahr 2024.

Das ist eine enorme Chance; ein Hersteller berichtet, dass der Einsatz von KI-Modellen zur Analyse von Sensordaten aus Maschinen zu einer Reduzierung der Wartungskosten um 20 % und einer Steigerung der Produktionsverfügbarkeit um 15 % geführt hat. 

Um dieses Ziel zu erreichen, sind jedoch mehrere Schritte erforderlich. Zu Beginn des neuen Jahres haben wir drei Bereiche identifiziert, auf die Unternehmen sich konzentrieren sollten – sowie drei Bereiche, von denen sie sich entfernen müssen, um sich bestmöglich auf das Potenzial der KI-Agenten-Ära vorzubereiten.

Worauf Unternehmen sich konzentrieren sollten

  • Strategisch und langfristig denken: Während kurzfristige Effizienzgewinne verlockend sind, liegt der eigentliche Wert im Potenzial, klassische von Menschen ausgeführte Dienstleistungen – etwa in der Rechtsberatung oder Geschäftsentwicklung – in dynamische Software-Fähigkeiten zu verwandeln. Das erfordert Vision, Ehrgeiz und vor allem Durchhaltevermögen. Rückschläge sind unvermeidlich; 30 % der GenAI-Pilotprojekte werden laut Prognose im nächsten Jahr aufgegeben. Doch hierbei geht es um eine Transformation, die mit der Elektrifizierung vergleichbar ist. Um das volle Potenzial von KI auszuschöpfen, müssen Unternehmen am Ball bleiben.
  • Groß denken: Die KI-Revolution wird unsere Organisationsstrukturen und Betriebsmodelle spürbar und nachhaltig beeinflussen. Traditionelle Abteilungsgrenzen werden aufgebrochen, operative Prozesse erhalten mehr Flexibilität und Anpassungsfähigkeit und intelligente KI-Agenten werden in unterschiedlichsten Unternehmensbereichen eingesetzt. Das gelingt nur Unternehmen, die bereit sind, groß zu denken; wer sich allein auf Effizienz- oder Produktivitätssteigerungen konzentriert, schöpft nur einen Bruchteil des möglichen Nutzens aus. Es braucht einen Wandel im Denken: Weg von „Wie setzen wir KI ein?“ – hin zu „Wie stellen wir unsere gesamte Herangehensweise an Arbeit neu auf?“
  • Größe bedeutet Erfolg: Transformative Technologien demokratisieren den Zugang. Die Elektrifizierung brachte industriellen Strom für Unternehmen aller Größen; KI wird fortschrittliche kognitive Fähigkeiten in verschiedenste Organisationen bringen. Dafür müssen Unternehmen ihre Anwendungen skalieren. Ziehen Sie fertige Lösungen in Betracht, die für Ihren Anwendungsfall angepasst werden können, statt alles von Grund auf neu zu entwickeln. Der Fokus sollte nicht darauf liegen, eigene Lösungen zu bauen, sondern KI über Hunderte, wenn nicht Tausende Workflows hinweg skalierbar zu machen.

Wovon Unternehmen sich entfernen sollten

  • Organisatorischer Widerstand und Missverständnisse: Unternehmen, die KI nur als technologisches Werkzeug und nicht als ganzheitliche unternehmerische Transformationsstrategie betrachten, werden Chancen verpassen; sie werden zwar punktuelle Erfolge erzielen, aber das volle Potenzial der KI nicht ausschöpfen. Risiken sind, dass veraltete Organisationsstrukturen erhalten bleiben, die interne KI-Kompetenz nicht gestärkt und keine anpassungsfähigen Infrastrukturen geschaffen werden, um das Potenzial der KI voll auszuschöpfen. 
  • Der Mythos vom Arbeitsplatzabbau durch KI: Gesellschaften, die revolutionäre Umbrüche wie die Elektrifizierung durchlebt haben, brauchten am Ende wider aller Prognosen menschliche Arbeitskraft mindestens genauso dringend wie zuvor – wenn nicht sogar mehr. Es klingt abgedroschen, aber es stimmt: Nicht die KI ersetzt Arbeitsplätze, sondern die Menschen, die KI beherrschen, werden sie einnehmen. Es wird Tätigkeiten geben, die nur Menschen erledigen können – und deren Wert wird künftig höher sein als heute. Wenn Unternehmen sich zu sehr auf den Ersatz von Mitarbeitenden fokussieren, ergreifen sie nicht die nötigen Maßnahmen, sich selbst oder ihr Unternehmen auf die möglichst effektive Zusammenarbeit mit KI-Kolleg:innen vorzubereiten. 
  • KI als Allzweckbegriff verwenden: Wie beim Cloud Computing gibt es auch bei KI unterschiedliche Arten mit eigenen Stärken, Schwächen und Anwendungsgebieten. Die Technologie steckt noch in den Kinderschuhen – vieles wird noch ausprobiert. Das Risiko ist, dass Fehlschläge in einem Bereich dazu führen, auch vielversprechende Anwendungen frühzeitig auszuschließen. Beispielsweise werden KI-Agenten immer ausgefeilter darin, bereichsspezifische Aufgaben zu übernehmen, sich weiterzuentwickeln und sich individuell an das jeweilige Unternehmensumfeld anzupassen. Das ist weitaus anspruchsvoller als frühere, meist standardisierte und kontextabhängige Automatisierungsanwendungen, die bislang als KI bezeichnet wurden. 

Die KI-Agenten-Ära beginnt

Wie bei jeder technologischen Revolution wird es mehrere Jahre dauern, bis die volle Wirkung von KI spürbar ist. Das Jahr 2025 wird jedoch den ersten Schritt in das Zeitalter der Agenten markieren, das unsere Arbeitsweise neu gestalten wird. Wir werden erleben, dass traditionelle, von Menschen erbrachte Dienstleistungen dank der Möglichkeiten von unternehmensweiten KI-Agenten als Software-Funktionen neu definiert werden, indem sie optimierte, effiziente Arbeitsabläufe schaffen. 

Unternehmen müssen strategisch denken und ihren Blickwinkel von der bisherigen KI-Nutzung hin zu einer völlig neuen Herangehensweise an betriebliche Abläufe verändern. Nur wer diesen Wandel vollzieht, kann vom wirklich transformativen Einfluss der KI-Agenten profitieren.

Abonnieren Sie den Newsletter des CTO Club für weitere Einblicke zum Thema KI.