Immer mehr Unternehmen setzen DevOps in ihrer Softwareentwicklung ein, und DevOps wird zunehmend entscheidend für die digitale Transformation. Trotz der fortschreitenden Automatisierung halten sich jedoch oft manuelle Prozesse in der Anwendungsentwicklung. Funktionieren diese nicht, kann der gesamte DevOps-Ansatz scheitern und die Markteinführungszeit verlängert sich erheblich.
Unternehmen wechseln zunehmend zu Plattformen wie ServiceNow, um Geschäftsprozesse zu steuern und Anwendungen bereitzustellen. Doch über die anfänglichen Effizienzgewinne hinaus stellt dieser plattformbasierte Ansatz einzigartige Herausforderungen und Chancen bei der Anwendung von DevOps-Prinzipien dar.
Beispielsweise schränken festgelegte Release-Zeitpläne die Änderungsmöglichkeiten weiter ein und erschweren die Entwicklung zusätzlich. Entwickler verbringen bis zu 20 % ihrer Zeit mit manuellen Aufgaben, was die Verzögerungen noch verstärkt und ihre Kapazität weiter einschränkt. Diese Inkonsistenzen können zu Konflikten führen, welche sich wiederum negativ auf die betriebliche Effektivität auswirken.
Branchenerhebungen – durchgeführt von McKinsey bis hin zu unabhängigen Anbietern – deuten darauf hin, dass hochqualifizierte Entwickler zwischen 17 % und über 30 % ihrer Zeit mit wenig wertvollen, monotonen Aufgaben verbringen, die ihre Fachkompetenz nicht nutzen.
Diese Fehlallokation von Fachkräften führt dazu, dass Entwickler einen erheblichen Teil ihrer Arbeitszeit mit eintönigen, sich ständig wiederholenden Tätigkeiten verbringen, anstatt ihre Problemlösungskompetenz für innovative Lösungen einzusetzen. Diese Ineffizienz, kombiniert mit starren Release-Zeitplänen, schafft eine perfekte Mischung aus Verzögerungen und Konflikten, die sich auf den gesamten Plattform-Entwicklungslebenszyklus auswirken.
Befreiung von manuellen Prozessen
Der Aufstieg plattformbasierter Entwicklung auf Unternehmensplattformen verändert unsere Sicht auf DevOps. Während sich traditionelles DevOps auf Quellcode und Textdateien konzentriert, erfordert Plattformentwicklung einen anderen Ansatz.
Unternehmen müssen über plattformspezifisches DevOps nachdenken. Traditionelle DevOps-Tools lassen sich nicht immer direkt auf die Plattformentwicklung übertragen. Es ist an der Zeit, darüber nachzudenken, wie sich DevOps-Prinzipien im Kontext von Plattformen anwenden lassen, bei denen „Code“ beispielsweise Konfigurationen, Workflows, Plugins, Low-Code-Plattformen und Integrationen umfassen kann – und nicht nur klassische Programmier-Artefakte.

Wie wenden Sie DevOps-Prinzipien im Plattform-Kontext an?
Es ist wichtig, auf Konsistenz über verschiedene Instanzen hinweg zu achten: In der Plattformentwicklung ist die Konsistenz zwischen verschiedenen Instanzen (Dev, Test, Prod) entscheidend. Anders als in traditionellen Umgebungen, in denen Code-Repositorien für Einheitlichkeit sorgen, können sich Plattforminstanzen erheblich voneinander unterscheiden.
Die Implementierung robuster Instanzmanagement-Praktiken ist entscheidend, um DevOps-Prinzipien in diesem Kontext einzuhalten. Der Einsatz fortschrittlicher Automatisierung und flexibler Release-Strategien steigert nicht nur die Entwicklerproduktivität, sondern beschleunigt auch die Markteinführung geschäftskritischer Anwendungen.
Je mehr Unternehmen Plattformen nutzen, desto wichtiger wird Skalierbarkeit. DevOps-Praktiken müssen sich damit beschäftigen, wie Deployment und Verwaltung mehrerer Instanzen effizient erfolgen können.
Diese Entwicklung wirkt sich nicht nur auf die IT-Effizienz aus. Sie ermöglicht eine neue Ära der Agilität in der Unternehmenssoftwareentwicklung, in der sowohl professionelle als auch Citizen Developer zur Innovation beitragen können, ohne von technischem Overhead ausgebremst zu werden.
Automatisierung der Plattform-Pipeline
Unternehmen müssen zudem die Automatisierung von Workflows für Plattformen priorisieren. Automatisierung ist zwar ein zentrales DevOps-Prinzip, sieht aber in der Plattformentwicklung anders aus. Es ist wichtig, plattformspezifische Aufgaben wie Konfigurationsänderungen, Daten-/Update-Migrationen und Instanz-Kloning zu automatisieren, anstatt Plattform-Artefakte in klassische DevOps-Toolsets zu pressen.
Die Beschleunigung der Markteinführung erfordert Automatisierung und einen strukturierten Ansatz für Software-Releases. Die Umsetzung effektiver Release-Management-Praktiken sorgt dafür, dass jeder Rollout reibungslos, pünktlich und im Einklang mit den Unternehmenszielen erfolgt.
Continuous Integration und Delivery für Plattformen müssen ebenfalls im Fokus stehen. CI/CD im Plattform-Kontext bedeutet häufig nicht das Zusammenführen und Ausrollen von Code, sondern vielmehr das Synchronisieren von Konfigurationen/Instanzen, das Testen von Integrationen sowie Sicherstellen von Integrität und Konsistenz der Instanzen.
Governance und Compliance sind ebenfalls von zentraler Bedeutung. Da Unternehmen für kritische Geschäftsabläufe zunehmend auf Plattformen setzen, wird die Einhaltung von Governance- und Compliance-Anforderungen immer komplexer. DevOps-Praktiken müssen daher auch robuste Protokollierung und Zugriffssteuerung beinhalten, die gezielt auf die Plattformentwicklung abgestimmt sind.
Unternehmen müssen zudem die Überbrückung der Qualifikationslücke meistern. Es besteht ein wachsender Bedarf an Fachleuten, die sowohl DevOps-Prinzipien als auch spezifische Enterprise DevOps-Plattformen verstehen. Dies stellt für Organisationen und Einzelpersonen sowohl eine Herausforderung als auch eine Chance dar.
Indem Unternehmen DevOps-Prinzipien an die plattformbasierte Entwicklung anpassen, können sie ihre Bemühungen zur digitalen Transformation beschleunigen, für mehr Konsistenz über ihren gesamten Technologiestack sorgen und ihren Kunden schneller Mehrwert bieten. Entscheidend ist zu verstehen, dass die Prinzipien zwar gleich bleiben, die Umsetzung jedoch auf die besonderen Merkmale der Plattformentwicklung zugeschnitten werden muss.
Die Zukunft von DevOps
Während die Nachfrage nach maßgeschneiderten Unternehmensanwendungen weiter steigt, wird die Fähigkeit, komplexe Plattformumgebungen effizient zu verwalten, wahrscheinlich zu einem entscheidenden Unterscheidungsmerkmal für Unternehmen in allen Branchen.
Um diese Herausforderungen zu meistern, benötigen DevOps-Spezialisten ein besseres Instanzmanagement, um Verzögerungen zu vermeiden, die Entwicklerkapazität zu erhöhen und Entwicklungs- sowie Freigabeprozesse zu optimieren. On-Demand-Freigabemöglichkeiten erlauben es, Updates, Funktionen und sogar ganze Anwendungen jederzeit bereitzustellen.
Die Integration von Automatisierung innerhalb von Plattformen kann außerdem helfen, manuelle Bereitstellung und Fehlersuche zu eliminieren, wodurch die Entwicklerkapazität – einschließlich der Citizen Developer – gesteigert wird.
Letztlich können DevOps durch ein optimiertes Instanzmanagement die Bereitstellung und Veröffentlichung verbessern und so Prozesse verschlanken, Fehler minimieren und die Markteinführungszeit beschleunigen.
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