Menschen und Maschinen erzeugen täglich mehr als 2,5 Trillionen Bytes an Daten. Das sind 2,5 mit sage und schreibe 18 Nullen dahinter. Am besten schließt du gleich einen unbegrenzten Datentarif bei deinem Internetanbieter ab!
Egal, wie gut deine Datenerfassung ist, Daten haben nur dann Wert, wenn du sie auch verstehen und auswerten kannst. Ziel ist es nicht, wer am schnellsten seine Festplatte voll bekommt. Es geht darum, Daten zu nutzen, um fundierte Entscheidungen für deine Abläufe zu treffen.
Deshalb loben wir die Datenintegration in den höchsten Tönen. Wir haben diesen Leitfaden zusammengestellt, damit du verstehst, was Datenintegration ist und wie sie dir hilft, eine zentrale Wahrheit für dein Unternehmen zu schaffen.
Was ist Datenintegration?
Wenn du mehrere Datenquellen nutzt, brauchst du eine Möglichkeit, alles zu organisieren. Andernfalls können Teammitglieder keine Marktlücken erkennen, aktuelle Trends verstehen oder Entscheidungen in Echtzeit treffen.
Datenintegration bedeutet, aus unterschiedlichen Quellen eine einheitliche Sicht zu schaffen. Zum Beispiel sammelt ein typisches Unternehmen Daten aus folgenden Bereichen:
- Kundenbeziehungsmanagement (CRM)-Software
- Marketing-Umfragen
- Unternehmensressourcenplanung (ERP)-Systeme
- Personalinformationssysteme (HRIS)
- Soziale Medien
- Staatliche Datenbanken
Ohne Datenintegrations-Tools ist es extrem zeitaufwändig, verschiedene Quellen zu prüfen und herauszufinden, wie die jeweiligen Datensätze zusammenhängen. Stell dir nur vor, wie lange es dauern würde, dein CRM zu durchsuchen, um festzustellen, ob jeder Kunde, der eine Umfrage ausgefüllt hat, auch tatsächlich im System erfasst wurde.
Datensilos
Du musst dir auch über Datensilos Gedanken machen. Das sind Datenbestände, die von kleinen Gruppen in deinem Unternehmen kontrolliert werden. Klar, diese Leute können die Daten für Geschäftsentscheidungen nutzen – aber alle anderen eben nicht. Stell dir ein Silo als riesige Mauer vor, die deine Mitarbeitenden daran hindert, auf relevante Daten zuzugreifen und sie zur Steigerung der operativen Effizienz zu verwenden.
Eine gute Datenintegrationslösung führt Daten aus verschiedenen Quellen zusammen und stellt sie allen zur Verfügung, die sie brauchen. Dadurch wird Big Data zu einem Vorteil für dein Unternehmen statt zu einer Belastung.
Wichtige Vorteile der Datenintegration
Business Intelligence ist ein weit gefasster Begriff und bezeichnet die Analyse von Daten, um daraus verwertbare Informationen zu gewinnen. Bevor ein effektives BI-Programm aufgebaut werden kann, muss eine Möglichkeit gefunden werden, Daten aus verschiedenen Systemen zu extrahieren und Schlüsselentscheidern zur Verfügung zu stellen. Datenintegration kann deinem Unternehmen auf folgende Weise helfen:
1. Bessere Datenqualität
Datenqualität beschreibt, wie gut ein Datensatz deine Kriterien an Genauigkeit, Konsistenz und Vollständigkeit erfüllt. Hochwertige Daten ermöglichen es dir, gute Entscheidungen zu treffen, während minderwertige Daten nur zu Irrwegen führen.
Beispielsweise ist doppelte Datenerfassung ein Problem, weil sie genaue Entscheidungen unmöglich macht. Wenn du drei Datensätze zum gleichen Kunden hast, wird dessen Jahresumsatz vielleicht dreimal gezählt – und du kannst keine realistischen Umsatzschätzungen erstellen.
Der richtige Integrationsprozess beseitigt Duplikate und andere Qualitätsprobleme bei den Daten, sodass du bessere Datensätze erhältst. So können deine Teammitglieder mit mehr Sicherheit Entscheidungen treffen.
2. Kostenersparnis
Wenn du deinen Umgang mit Datenmanagement optimierst, beseitigst du Redundanzen und verringertst deinen Bedarf an manuellen Aufgaben. Auch die Ausgaben für IT-Dienstleistungen, Schulungen und andere Tätigkeiten sinken, was es deinem Unternehmen erleichtert, finanzielle Ziele zu erreichen.
Zum Beispiel: Wenn du jährlich 50.000$ für Dienstleistungen rund um das Sammeln von Echtzeitdaten und deren Bereitstellung für Teammitglieder ausgibst, würdest du bei einer Kostenreduktion von 10% ganze 5.000$ sparen. Datenintegration ermöglicht es dir somit, deine Gewinnmarge zu erhöhen – selbst wenn Umsatz und andere Kosten gleich bleiben.
3. Bessere Entscheidungen und Zusammenarbeit
Wenn du auf Basis unvollständiger Datensätze entscheidest, ist das, als würdest du mit verbundenen Augen auf ein Ziel schießen. Klar kann man dadurch auch mal treffen, aber das ist auf Dauer keine gute Idee.
Datenintegration ermöglicht es dir, Daten aus mehreren Quellsystemen an einem Ort zu kombinieren. Außerdem verbessert sie die Qualität deiner Datenanalysen und verringert den Bedarf an manueller Dateneingabe, sodass den Teammitgliedern mehr Zeit für strategische Entscheidungen bleibt.
Bevor Integrationsplattformen für Daten weit verbreitet waren, hatten viele Mitarbeitende Schwierigkeiten, effektiv zusammenzuarbeiten.
4. Verbesserte Effizienz
Die Optimierung von Geschäftsprozessen ist eine der besten Methoden, um Verschwendung zu reduzieren und den Output zu steigern. Wenn Sie eine einzige Datenquelle für Ihr Unternehmen haben, müssen Teammitglieder keine Zeit damit verschwenden, auf mehrere Systeme zuzugreifen oder mit Daten in unterschiedlichen Formaten umzugehen. Sie können ein Geschäfts-Dashboard einsehen oder auf individuelle Berichte zugreifen, was ihnen mehr Zeit für andere Aufgaben gibt.
5. Höherwertige Kundenerfahrungen
Ein zusätzlicher Vorteil ist, dass Datenintegration möglicherweise zu einer höheren Kundenzufriedenheit führt. Wenn Sie beispielsweise über eine Vielzahl relevanter Daten verfügen, können Sie damit die Customer Journey abbilden. So lässt sich leichter bestimmen, welchen Prozess ein Kunde durchläuft, vom ersten Kontakt mit Ihrer Marke bis hin zum Kaufabschluss.
6. Zusätzliche Einnahmequellen
Wenn Sie Ihre Fähigkeit zur Extraktion, Transformation und Analyse von Daten verbessern, können Sie ebenfalls neue Einnahmequellen erschließen. Beispielsweise monetarisieren einige Unternehmen inzwischen ihre Daten und steigern so den Umsatz, ohne erheblich in neue Ressourcen investieren zu müssen.
Walmart ist eines der besten Beispiele. Nachdem der Einzelhandelsriese niedrige Preise perfektioniert hatte, begann er damit, Daten mit seinen Lieferanten zu teilen. Das Datenprodukt Walmart Luminate liefert Händlern wertvolle Informationen über das Kundenverhalten und die Performance der Vertriebskanäle – wodurch bessere Entscheidungen ermöglicht werden.
7. Verbesserte Datenzugänglichkeit
Ohne Datenintegration wäre es schwierig für Teammitglieder aus Vertrieb, Marketing und Kundenservice, genaue Daten zu teilen. Durch verfügbare CRM-Systeme können Mitarbeitende in diesen Abteilungen jederzeit präzise nachvollziehen, was bei Kunden und Interessenten vor sich geht.
Wenn zum Beispiel ein Kundenservice-Mitarbeitender mit 10 Kunden spricht, die sich über dasselbe Problem beschweren, kann er diese Information im CRM-System hinterlegen. Bewertet ein Vertriebsmitarbeiter später diese Daten, ist er besser darauf vorbereitet, Einwände von Kunden zu entkräften und realistische Erwartungen zu setzen.
8. Höhere Datensicherheit
Einen Wettbewerbsvorteil zu erzielen, ist einer der besten Gründe für den Einsatz von Datenintegration – aber nicht der einzige. Datenintegration schützt Ihr Unternehmen auch vor erheblichen Sicherheitsrisiken.
Wenn Sie zum Beispiel auf ein lokales System umstellen, wird das Zugriffsmanagement auf die in Ihren Servern gespeicherten Daten einfacher. Sie können rollenbasierte Zugriffsrechte einrichten und so sicherstellen, dass Mitarbeitende keine vertraulichen Daten einsehen, die nicht zu ihren Aufgaben gehören. Mit einem integrierten System lässt sich zudem ein detailliertes Prüfprotokoll leichter erstellen als mit mehreren Datenquellen.
9. Nahtloser Datenaustausch
Nahtloser Datenaustausch ist einer der größten Vorteile einer Datenintegration. Ein „nahtloser“ Prozess ermöglicht es Teammitgliedern, Daten weiterzugeben, zu empfangen und auszuwerten, ohne umständliche Prozesse durchlaufen zu müssen.
Ihr HR-Team muss zum Beispiel Informationen mit der Lohnbuchhaltung, dem Rechnungswesen, dem Projektmanagement und anderen Abteilungen teilen. Ohne Datenintegration würden sie einen Großteil ihrer Zeit mit Telefonaten, E-Mails und Suchen in verschiedenen Systemen verbringen, um wertvolle Daten zu finden.
Dank unternehmensweiter Datenintegration können Mitarbeitende anderer Bereiche auf HR-Daten zugreifen und so bessere Entscheidungen treffen. Muss ein Projektleiter wissen, ob genügend Arbeitskräfte für ein neues Projekt verfügbar sind, findet er diese Information direkt im Geschäfts-Dashboard. Auch das Rechnungswesen kann Einstellungstrends beobachten, um abzuschätzen, ob die Personalkosten steigen oder sinken werden.
10. Gesteigerte Agilität
Agile Unternehmen reagieren schnell auf neue Marktchancen und sind dadurch erfolgreicher. Datenintegration erhöht die Agilität, indem Teammitglieder Zugang zu Echtzeitdaten erhalten. So können Mitarbeitende ihre Entscheidungen auf aktuelle, statt auf längst veraltete Berichte stützen.
Hier ein Beispiel: Stellen Sie sich vor, einer Ihrer engsten Konkurrenten geht unerwartet aus dem Geschäft. Mit einem einheitlichen Überblick über Ihre Unternehmensdaten können Sie rasch feststellen, ob Sie die nötigen Ressourcen haben, um diese neue Marktlücke zu füllen. Daher steigert Datenintegration auch die Skalierbarkeit Ihres Unternehmens.
11. Einheitliche Data Governance
Data Governance bezieht sich auf Ihre Richtlinien zur Datenerhebung, -speicherung, -verarbeitung und -abruf. Zusätzlich zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit vereinfacht die Datenintegration die Festlegung dieser Richtlinien und stellt sicher, dass sich Teammitglieder daran halten. Beispielsweise können Sie problemlos eine Richtlinie für die Speicherung und den Abruf von Kundendaten einführen.
Datenintegrationsstrategien zur Transformation von Geschäftsabläufen
Manuelle Datenintegration
Bei manueller Datenintegration schreiben Entwickler Code, um die Datenbewegung zu steuern. Dies eignet sich am besten für Unternehmen, die nur wenige Datenquellen integrieren müssen.
Vorteile
- Vollständige Kontrolle über den Integrationsprozess
- Kostengünstiger als andere Methoden
Nachteile
- Anfällig für Fehler
- Erfordert manuelle Programmierung
Praxisbeispiel
Manuelle Integration wäre ideal für ein kleines Buchhaltungsunternehmen, das Daten aus einem separaten Buchhaltungsprogramm in sein Abrechnungssystem integrieren muss.
API-basierte Datenintegration
API-basierte Integration verbindet zwei oder mehr Anwendungen über deren Anwendungsschnittstellen (APIs), sodass sie Daten austauschen können.
Vorteile
- Automatisiert
- Skaliert mit zunehmender Datenmenge in Ihrem System
- Benutzerfreundliche Option
- Einfacher Datenaustausch zwischen Anwendungen
Nachteile
- Benötigt mehrere Anwendungen
- Abhängig von externen APIs
- Erfordert erfahrene Datenmanager zur Überwachung des Prozesses
Praxisbeispiel
API-basierte Integration könnte eine gute Lösung für ein Unternehmen sein, das bereits mehrere Anwendungen nutzt und nach einer Möglichkeit sucht, diese miteinander zu verbinden.
Datenvirtualisierung
Datenvirtualisierung nutzt Software, um verschiedene Datenquellen miteinander zu verbinden und so einen einheitlichen Überblick über Ihr Unternehmen zu ermöglichen. Besonders in dynamischen Marktumgebungen bietet sie Vorteile, indem sie Zugriff auf Echtzeitdaten verschafft.
Datenlager
Datenlagerung bedeutet, Daten aus mehreren Quellen zu sammeln und in einem einzigen Repository zu speichern. Ähnlich wie die Virtualisierung ermöglicht das Datenlager einen höheren Zugriff auf Echtzeitdaten. Besonders für Unternehmen im Gesundheitswesen ist dies vorteilhaft, da verschiedene Datenquellen wie Laborbefunde, Pathologiebefunde, Verschreibungsdaten, Operationsberichte und andere gesundheitsbezogene Daten zusammengeführt werden können.
Fazit
Datenintegration kann zwar keine Millionenbeträge aus dem Nichts erschaffen, aber sie kann Ihnen helfen, die Effizienz zu steigern, neue Einnahmequellen zu finden und die Zusammenarbeit innerhalb Ihres Unternehmens zu erhöhen.
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