Beinahe jeder fünfte Amerikaner hat den Büroraum gegen das Sofa oder das Café eingetauscht, und wenn die Prognosen von Upwork stimmen, könnten wir bald einen Anstieg der Remote-Jobs um 87 % im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie sehen.
Doch mit dem Trend zu Remote-First bleiben Cybersicherheit und Internetzuverlässigkeit oberste Prioritäten. Matt Moore, CTO und Mitbegründer von Chainguard, fasst das zwiespältige Bild treffend zusammen:
„Remote-Arbeit hat unglaubliche Chancen eröffnet – Unternehmen gewinnen Spitzenkräfte unabhängig von der Postleitzahl, und Mitarbeiter können endlich Familie, Gesundheit und Hobbys besser vereinen. Dennoch bringt Remote-Arbeit neue Sicherheitsherausforderungen mit sich.“
„Wie überprüft man die Identität oder den Wohnort einer Person glaubhaft, wenn KI-gesteuerte Deepfakes Video-Interviews so vertrauenswürdig erscheinen lassen wie einen TikTok-Filter? Wir haben Fälle erlebt, in denen ausländische Akteure sich als IT-Fachkräfte ausgaben, und mit immer ausgefeilteren Deepfakes durch KI werden selbst Videoanrufe als Authentifizierungsmöglichkeit zunehmend unsicher.“
Und vergessen wir nicht den Preis: IBM Security und das Ponemon Institute setzen den durchschnittlichen globalen Schaden durch Datenpannen auf satte 4,45 Millionen US-Dollar an – bei Remote-Arbeit steigt dieser Wert häufig sogar noch weiter an.
Glücklicherweise hat Indusface, ein SaaS-Unternehmen für Anwendungssicherheit, das unternehmenskritische Web-, Mobile- und API-Anwendungen schützt, die Vorarbeit für uns geleistet. Die neuesten Erkenntnisse zeigen, welche US-Bundesstaaten im Jahr 2025 für remote Beschäftigte am sichersten sein werden – basierend auf Betrugsraten, Gesamtkosten durch Betrug und Internetgeschwindigkeiten.
Die sichersten US-Bundesstaaten für Remote-Arbeit

North Dakota ist ein überraschender Spitzenreiter und erreicht 9,0 von 10 Punkten. Der Staat zeichnet sich durch eine ausgewogene Mischung aus niedriger Betrugsrate (22,5 pro 10.000 Einwohner) und zuverlässiger Konnektivität aus. Die mittlere Download-Geschwindigkeit liegt bei 210,37 Mbit/s und der Upload bei 68,79 Mbit/s, was effiziente Videokonferenzen und Datentransfers ermöglicht. Der Peace Garden State glänzt außerdem mit einer Latenz von nur 26 ms – ein stabiler Online-Zugang, der für die Zusammenarbeit im Remote-Team entscheidend ist.
Den zweiten Platz teilen sich Mississippi und Nebraska mit jeweils 8,8 von 10 Punkten. Mississippi besticht durch eine der niedrigsten Betrugsschäden im Land mit 25,8 Millionen Dollar und einer Betrugsrate von 20 pro 10.000 Einwohner. Auch die Internetgeschwindigkeit kann sich sehen lassen: Die mittlere Download-Geschwindigkeit liegt bei 177,39 Mbit/s, während Nebraska mit 199,43 Mbit/s etwas darüber liegt.
Allerdings nehmen Ransomware-Angriffe auch in Staaten mit geringeren Betrugskosten weiter zu: Laut SonicWall Cyber Threat Report sind sie im Jahresvergleich um 13 % gestiegen – und treffen oft als erstes Remote-Arbeitsplätze.

Was verraten uns diese Zahlen?
Aus operativer Sicht unterstreichen diese Zahlen eine zentrale Erkenntnis: Zuverlässige Infrastruktur und wirksame Cybersicherheitsmaßnahmen sind unverzichtbar.
Da Remote-Mitarbeiter zunehmend auf lokale Netzwerke – öffentliches WLAN oder heimisches Internet – angewiesen sind, müssen Unternehmen von einer gewissen Gefährdung der Endgeräte ausgehen und entsprechend Vorsorge treffen. Eine solide Strategie für Endpunktsicherheit mit regelmäßigen automatischen Updates ist die wichtigste Verteidigungslinie.
„Aus meiner Sicht“, sagt Corey Nachreiner, CISO bei WatchGuard Technologies, „bringt dieser Trend zur Remote-Arbeit, der in den letzten Jahren an Popularität gewonnen hat, Risiken mit sich. Remote-Arbeit verändert den Standort wichtiger digitaler Werte und eröffnet Unternehmen neue Schwachstellen sowie das Risiko von Cyberangriffen. Veraltete Software als Teil des Technologie-Stacks erhöht das Risiko eines Cyberangriffs erheblich. Die Nutzung von Multi-Faktor-Authentifizierung sorgt für eine zusätzliche Sicherheitsebene.“
Er empfiehlt den Einsatz von Secure Access Service Edge (SASE)-Lösungen zur Unterstützung von hybriden Arbeitsumgebungen und betont: „SASE ist ein wenig eingängiges Branchenakronym, das eine Kombination aus cloud-zentralisierten Sicherheitsdiensten beschreibt. Dazu gehören Firewall as a Service und Zero-Trust-Netzwerkzugang. Die Auslagerung der IT- und Sicherheitsaufgaben an Managed Service Provider oder Managed Security Service Provider (MSP/MSSP) ermöglicht eine proaktive Überwachung rund um die Uhr.“
Laut Gartner Forecast Analysis: Information Security and Risk Management haben mehr als 50 % der großen Unternehmen entweder ein Zero Trust-Konzept eingeführt oder planen dies im kommenden Jahr.
Praxisnahe Maßnahmen zum Schutz von Remote-Teams

Einige Bundesstaaten sind beim Schutz von Remote-Arbeit bereits ganz vorne mit dabei – aber niemand ist vollkommen sicher vor Hackern. Eine proaktive, mehrschichtige Verteidigung und ein Team mit IT-Sicherheitsbewusstsein sind deine besten Maßnahmen. Bereit, deine digitalen Abwehrmaßnahmen zu stärken?
Hier sind zehn Schritte, um deinen Arbeitsplatz im Homeoffice sicher zu halten:
- Systemzugriffe einschränken
- Beschränke Rechte auf kritische Systeme und sensible Daten.
- Vergabe von Berechtigungen nach dem Prinzip der minimalen Rechtevergabe.
- Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) einführen
- Fordere eine zusätzliche Verifizierung (z. B. SMS, Token oder App-basierte Codes) neben dem Passwort an.
- Erinnere Mitarbeitende regelmäßig daran, sichere Geräte für den Empfang von MFA-Prompts zu nutzen.
- Auf Schwachstellen bei Rechtemissbrauch testen
- Führe Gray-Box-Tests durch, um Angriffe durch teilweise informierte Insider zu simulieren.
- Überprüfe Benutzerrollen, damit keine unnötigen oder übermäßigen Rechte bestehen.
- Regelmäßige Scans auf Schwachstellen auf Netzwerk- und Anwendungsebene durchführen
- Nutze Schwachstellenscanner, um häufige Fehlkonfigurationen und veraltete Software zu erkennen.
- Plane diese Scans regelmäßig (z. B. monatlich oder vierteljährlich), um neu entdeckte Bedrohungen zu identifizieren.
- Mitarbeitende für Phishing- und Vishing-Gefahren sensibilisieren
- Biete kontinuierliche Schulungen zum Erkennen gefälschter E-Mails, Anrufe oder Nachrichten an.
- Ermutige dazu, verdächtige Mitteilungen an einen festgelegten Sicherheitskanal zu melden.
- Getrennte Zugangsdaten für Arbeit und Privatleben
- Fordere für jedes Konto ein einzigartiges Passwort von den Mitarbeitenden.
- Verstärke diese Richtlinie durch regelmäßige Hinweise und Empfehlungen für Passwortmanager.
- Geräte und Router aktuell halten
- Spiele Updates und Sicherheitspatches zeitnah ein – sowohl für Firmen- als auch private Geräte.
- Empfehle Mitarbeitenden, Standard-Passwörter der Router zu ändern und die Firmware regelmäßig zu aktualisieren.
- Web Application Firewall (WAF) einsetzen
- Filtere schädlichen HTTP-Datenverkehr, bevor deine Anwendungen erreicht werden.
- Aktiviere virtuelles Patchen für einen temporären Schutz, falls eine dauerhafte Lösung nicht sofort möglich ist.
- Schnelles Melden verdächtiger E-Mails fördern
- Setze Tools (wie „Phishing melden“-Buttons) ein, um Berichte zu erleichtern.
- Biete einen klaren Ablauf, wie potenzielle Bedrohungen an das Sicherheitsteam weitergeleitet werden.
- Mehrschichtige Abwehrstrategie etablieren
- Setze Endpunktschutz, Anwendungsschutz und Netzwerksicherheits-Tools gemeinsam ein.
- Schule Mitarbeitende kontinuierlich, um das Bewusstsein für IT-Sicherheit zu stärken.
Mit diesen praktischen Ansätzen – und inspiriert von den Bundesstaaten, die bei Geschwindigkeit und Betrugsprävention führend sind – bist du bestens aufgestellt, um eine sichere, florierende Remote-Arbeitsumgebung aufzubauen.
Abonniere den Newsletter des CTO Club für weitere Tipps, Tools und Best Practices rund um die Cybersicherheit.
