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Cloud Computing wurde als die Zukunft gepriesen und versprach, die IT mit Skalierbarkeit, Flexibilität und niedrigeren Kosten zu revolutionieren. Viele Unternehmen strömten zu Plattformen wie AWS, Azure und Google Cloud, in der Hoffnung, ihre Infrastruktur auszulagern und Kosten zu senken. Die Realität der Cloud war jedoch komplexer: Hohe Kosten, Sicherheitsbedenken und Leistungsgrenzen traten zutage. Noch wichtiger ist, dass Unternehmen erkennen, dass die Cloud-Einführung eigentlich durch geschäftliche Möglichkeiten und nicht durch Kosteneinsparungen getrieben werden sollte.

Heute überlegen viele Unternehmen, Cloud-Workloads zurückzuholen. Doch während Organisationen ihre Cloud-Strategien überdenken, sollten sie die Fehler der anfänglichen Cloud-Euphorie vermeiden und sicherstellen, dass ihr Ansatz auf langfristigen geschäftlichen Nutzen ausgerichtet ist.

Das Cloud-Zeitalter – Versprechen vs. Realität

Cloud Computing brachte enorme Vorteile, insbesondere die Fähigkeit, schneller zu innovieren, rasch zu skalieren und flexibel auf Marktveränderungen zu reagieren. Viele Unternehmen setzten jedoch zunächst auf die Cloud, um Kosten zu sparen, und übersahen das Potenzial, neue Chancen zu eröffnen und Geschäftswert zu schaffen.

Mit zunehmender Cloud-Nutzung stiegen auch die Kosten. Viele Unternehmen waren überrascht von den Ausgaben für Datenübertragungen, ungenutzte Services und schwankende Monatsrechnungen. Was als Sparmaßnahme gedacht war, erwies sich oft als teurer – insbesondere für Unternehmen mit gleichmäßigen, großen Workloads.

Auch die Sicherheit wurde zum Thema. Die gemeinsame Nutzung von Infrastruktur mit anderen Unternehmen birgt Risiken und mit Datenschutzgesetzen wie DSGVO und CCPA stehen Firmen unter erhöhtem Druck zu kontrollieren, wo und wie ihre Daten gespeichert werden. Gerade für Organisationen, die mit sensiblen Informationen arbeiten, fühlte sich die Cloud nicht immer sicher an.

Schließlich traten Leistungsprobleme auf. Workloads, die geringe Latenz oder hohe Durchsatzraten erfordern – etwa in der Finanzwelt oder Fertigung – kommen in Cloud-Umgebungen oft an ihre Grenzen. Speziell bereitgestellte On-Premise-Hardware kann solche Anforderungen häufig besser erfüllen, was einige Unternehmen dazu bewegt, ihre Infrastruktur neu zu überdenken.

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Übereilte Cloud-Einführung – Lektionen gelernt

Der größte Fehler vieler Unternehmen war, sich auf Kostensenkung zu konzentrieren, ohne zu bedenken, wie die Cloud Geschäftsinnovationen fördern könnte. Die Cloud bietet enormes Potenzial, Innovationen zu ermöglichen, neue Dienstleistungen zu schaffen und global zu skalieren. Für viele Unternehmen wurde jedoch das Sparen zum Hauptziel und so wurde der eigentliche Mehrwert der Cloud übersehen.

Viele Organisationen haben die sogenannte Cloud-Sprawl erlebt. Verschiedene Teams führten Cloud-Services ohne zentrale Kontrolle ein, was zu fragmentierter Infrastruktur und ineffizienter Ressourcennutzung führte. Anstatt die Abläufe zu vereinfachen, entstand so mehr Komplexität und höhere Kosten.

Auch fehlten häufig die notwendigen Kompetenzen. Das Managen von Cloud-Umgebungen erfordert Expertise in Bereichen wie Sicherheit und Workload-Optimierung, und viele Unternehmen verfügen nicht über das notwendige Knowhow, um das volle Potenzial der Cloud auszuschöpfen.

Diese Erkenntnisse sollten alle zukünftigen Schritte begleiten – egal, ob es um Rückkehr zum On-Premise, um hybride Ansätze oder um die Weiterentwicklung der Cloud-Strategie geht. Entscheidend ist, auf Geschäftswert zu fokussieren – nicht nur auf Kosten.

On-Premise-Lösungen erleben ein Comeback

Mehrere Faktoren sorgen dafür, dass On-Premise-Lösungen wieder stärker in den Fokus rücken. An erster Stelle steht die Kontrolle: Wer die eigene Infrastruktur besitzt, kann diese exakt auf die eigenen strategischen Ziele und Anforderungen ausrichten.

Der Datenschutz ist ein weiterer entscheidender Punkt. Regulatorien verlangen zunehmend mehr Kontrolle über Daten – und gerade für Branchen wie das Gesundheitswesen oder das Finanzwesen ist es essenziell, volle Hoheit über sensible Informationen zu behalten.

Auch die Performance spielt eine maßgebliche Rolle. Manche Workloads – insbesondere solche mit Anforderungen an niedrige Latenz oder stetige Verfügbarkeit – laufen On-Premise einfach besser. Unternehmen in Branchen wie Fertigung oder Finanzwesen, bei denen es auf Performance ankommt, profitieren hier von mehr Zuverlässigkeit und Geschwindigkeit als in Cloud-Umgebungen.

Schließlich gibt es noch die berechenbaren Kosten. Während die Cloud zwar Flexibilität bietet, können die Kosten stark schwanken – was die Kalkulation für Unternehmen mit konstanten, großen Workloads erschwert. On-Premise-Lösungen hingegen ermöglichen eine einmalige Investition und über die Zeit stabilere, vorhersehbare Kosten.

Fallbeispiele – Hier glänzt On-Premise

Im Finanzsektor unterliegen Unternehmen strengen Regularien und verarbeiten hochsensible Daten. On-Premise-Lösungen bieten mehr Kontrolle und helfen nicht nur dabei, Compliance sicherzustellen, sondern ermöglichen auch kalkulierbare Kosten über die Jahre.

Im Gesundheitswesen, wo der Datenschutz von Patientendaten an erster Stelle steht, sorgen On-Premise-Lösungen für die Einhaltung von Gesetzen wie HIPAA. Außerdem bieten sie die Zuverlässigkeit, die im Notfall beim Zugriff auf kritische Informationen erforderlich ist.

In der Fertigung benötigen automatisierte Fabriken und IoT-Systeme besonders niedrige Latenz – was sich mit On-Premise-Infrastruktur besser realisieren lässt. Die teils schwankende Performance der Cloud kann hier Risiken bergen, weshalb On-Premise-Lösungen für diese Branchen die bessere Entscheidung sind.

Cloud-Exit-Fallen vermeiden – Vorausplanen!

Während die Cloud wertvolle Erkenntnisse geliefert hat, erfordert die Rückkehr zu On-Premise-Lösungen – oder die Einführung eines hybriden Modells – sorgfältige Planung. Der gleiche überstürzte Ansatz, der zu Cloud-Problemen geführt hat, sollte beim Umstieg nicht wiederholt werden.

Analysieren Sie die aktuelle Nutzung, um zu bestimmen, welche Workloads lokal (on-premise) betrieben werden sollten und welche weiterhin für die Cloud geeignet sind. Nicht alle Anwendungen müssen zurückmigriert werden.

Bewerten Sie die Gesamtkosten des Betriebs (Total Cost of Ownership, TCO) für On-Premise-Infrastrukturen im Vergleich zu Cloud-Diensten. Während On-Premise-Lösungen anfangs Investitionen erfordern, bieten sie für bestimmte Workloads langfristig oft kalkulierbarere Kosten.

Stellen Sie außerdem sicher, dass Ihr Team die erforderlichen Fähigkeiten besitzt, um lokale Infrastrukturen effektiv zu betreiben, und vergessen Sie nicht, Sicherheits- und Compliance-Maßnahmen stringent umzusetzen – unabhängig davon, wo Ihre Daten gespeichert sind.

Hybride Lösungen – Das Beste aus beiden Welten

Für viele Organisationen bietet ein hybrider Ansatz die ideale Balance. Durch die Kombination von Cloud- und On-Premise-Infrastruktur können Unternehmen die Skalierbarkeit der Cloud für spezifische Aufgaben nutzen und gleichzeitig Kontrolle sowie Leistung für geschäftskritische Workloads sicherstellen.

Hybride Lösungen bieten Flexibilität und Kontrolle und ermöglichen es Unternehmen, ihre Infrastruktur auf die übergeordneten strategischen Ziele auszurichten.

Wie geht es weiter?

Die Cloud hat die IT revolutioniert, aber ihr wahres Potenzial lag nie allein im Sparen von Kosten. Sie ermöglicht es Unternehmen, Innovationen voranzutreiben, flexibel zu skalieren und echten Mehrwert zu schaffen. Während Unternehmen ihre Cloud-Strategien überdenken, erkennen sie, dass On-Premise-Lösungen eine wichtige Rolle für den langfristigen Erfolg spielen können.

Ob Ihr Unternehmen eine Rückkehr zu lokalen Systemen, die Einführung eines hybriden Modells oder die Optimierung der Cloud-Nutzung erwägt – entscheidend ist, dass Sie den Fokus auf die Befähigung Ihres Geschäfts legen, nicht nur auf Kosteneinsparungen. Eine durchdachte Infrastrukturstrategie sorgt dafür, dass Ihre IT-Investitionen auch weiterhin Ihre Geschäftsziele unterstützen.

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